„Klassische Vereinsstrukturen geraten unter Druck“
Im Interview mit Sportplatzwelt gehen Dr. Alexander Fink und Hanna Rammig von Scenario Management International (ScMI) auf verschiedene mögliche Zukunftsszenarien für den Breitensport in Deutschland ein.

Dr. Fink: Wir haben in den letzten Jahren Studien zu unterschiedlichen Sportarten durchgeführt sowie für Kommunen über die Sportstättenentwicklung nachgedacht. Dabei wird die Komplexität des Breitensports offensichtlich: Er wird von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Trends beeinflusst.
Ein wesentlicher Punkt ist das sich verändernde Freizeitverhalten: Menschen betreiben zunehmend individuell Sport, etwa durch digitale Fitnessangebote, anstatt sich in Vereinen zu engagieren. Gleichzeitig wird immer mehr Freizeit mit Online-Angeboten verbracht, sodass es der Sport auch grundsätzlich schwerer hat. Es gibt aber auch Einflüsse aus anderen Bereichen. Zusammen mit der Stadt Minden haben wir über die Zukunft von Sportstätten und Bewegungsgelegenheiten nachgedacht. Ein Auslöser für dieses Projekt war der zunehmende Nachmittagsunterricht an Schulen und die damit verbundene Hallennutzung, die den Sportvereinen Handlungsmöglichkeiten nimmt.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Das vollständige Interview mit Dr. Alexander Fink und Hanna Rammig finden Sie im aktuellen Sportplatzwelt INSIDE 1/2025 - Das Magazin für Profis im Breitensport.
Sportplatzwelt INSIDE 1/2025 dreht sich auf insgesamt 120 Seiten um den Themenschwerpunkt „Die Zukunft des Breitensports“ – von der nachhaltigen Sportstättenplanung und -ausstattung über zukunftsfähige Konzepte für das Ehrenamt bis hin zum Themenkomplex Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
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In vielen Projekten geht es zunächst darum, sich mit den Rahmenbedingungen für Sport zu befassen: Was könnte in der Zukunft auf uns zukommen? Im zweiten Schritt werden dann die eigenen Möglichkeiten einer Kommune, eines Verbands oder eines Vereins untersucht. Daraus kann man dann strategische Leitlinien ableiten. In Minden war es zum Beispiel wichtig, sich nicht nur mit den Sportstätten selbst zu beschäftigen, sondern auch andere Bewegungsgelegenheiten wie öffentliche Parks und auch die kulturelle und gesellschaftliche Integration einzubeziehen. Ein Erfolgsrezept war dort auch die breite Partizipation, denn man hat es geschafft, viele Akteure wie Lokalpolitik, Vertreter von Sportvereinen, Bürgerinitiativen und Schulen sowie Verwaltung in die zukunftsgerichtete Planung einzubeziehen.
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Rammig: Der Infrastruktur kommt natürlich eine sehr hohe Bedeutung zu. So sind im Reitsport, in dem ich aktiv bin und mich ehrenamtlich um Fördermittel für unseren Verein kümmere, Sportstätten essenziell. Wenn diese nicht saniert werden, wird es immer schwerer, Breitensport attraktiv zu halten. Kosten allein auf Mitglieder umzulegen, funktioniert bei dem Sanierungsstau vieler Sportanlagen nicht. Förderungen sind häufig sehr umständlich zu beantragen – wenn das jemand aus dem ehrenamtlichen Bereich ohne betriebswirtschaftliche Vorkenntnisse übernehmen soll, verzweifelt die Person schnell. Zudem ist das Ehrenamt ein absoluter Hebel – ohne ehrenamtliches Engagement könnte der Breitensport nicht existieren. Hier wird es auch immer schwerer, Menschen zu begeistern. Häufig bleibt die Arbeit an wenigen Engagierten hängen, die dann überfordert sind.
Schlüsselfaktoren sind also zum einem die bessere Finanzierung der Sportanlagen, was durch Förderungen, aber auch durch Sponsoring von Firmen erfolgen kann. Da sind Partnerschaften mit Unternehmen vor Ort eine tolle Sache. Und zum anderen müssen wir es schaffen, das ehrenamtliche Engagement mit einem „Fun-Faktor“ aufzuladen, sodass wir mehr Menschen und auch Jüngere anziehen. Es muss Spaß machen und cool sein, mit anzupacken und Zukunft zu gestalten! [...]
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Das vollständige Interview mit Dr. Alexander Fink und Hanna Rammig finden Sie im aktuellen Sportplatzwelt INSIDE 1/2025 - Das Magazin für Profis im Breitensport.
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(Sportplatzwelt, 06.06.2025)




