Berlin: Abgeordnetenhaus beschließt Olympia-Bewerbung
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat in seiner 86. Plenarsitzung für eine Bewerbung der Hauptstadt um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele gestimmt. Der DOSB begrüßt die Entscheidung in einer aktuellen Pressemitteilung
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat in seiner heutigen Sitzung den Senat beauftragt, sich gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Ausrichter für die Durchführung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 zu bewerben. Zwei Drittel der Abgeordneten stimmten für das Konzept Berlin+, das der Berliner Senat am 5. Mai einstimmig beschlossen hatte. Damit hat Berlin als dritter nationaler Bewerber die Voraussetzungen der Stufe 2 im dreistufigen Auswahlverfahren des DOSB abgeschlossen.
Zuvor hatten die Menschen in München und der Rhein-Ruhr-Region in Bürgerreferenden bereits mit großer Mehrheit für Spiele in ihrer Stadt beziehungsweise Region gestimmt. In Hamburg findet am 31. Mai ein Bürgerschaftsreferendum statt. Am 4. Juni endet die Frist zur Einreichung der Konzepte beim DOSB. Anschließend werden die Konzepte evaluiert. Das Ergebnis des Beschlusses fließt ebenfalls in die Bewertungsmatrix des DOSB ein.
Anders als die drei anderen deutschen Bewerber verfügt das Land Berlin nicht über die rechtliche Voraussetzung, eine eigene Volksabstimmung auf den Weg bringen. In Berlin ersetzt der Beschluss somit ein Referendum und dokumentiert die politische Unterstützung des gewählten Landesparlaments für die Bewerbung. Zuvor hatte sich das Berliner Parlament mit der Volksinitiative „Die Spiele für Berlin“ befasst. Darin unterstützt der Landessportbund Berlin die Olympiabewerbung und fordert konkrete Verbesserungen für die Sportförderung und Sportinfrastruktur.
Zu dem Ergebnis der Abstimmung des Berliner Abgeordnetenhauses nimmt der DOSB wie folgt Stellung:
DOSB-Präsident Thomas Weikert: „Im Namen von ganz Sportdeutschland gratuliere ich Berlin zu diesem Beschluss, der mit großer Mehrheit getragen wurde. Mein besonderer Dank gilt dem Senat des Regierenden Bürgermeisters und dem Landessportbund Berlin, dessen Volksinitiative den Weg dafür bereitet hat, dass sich die Berliner Gesellschaft aktiv an der Bewerbung beteiligen konnte. Schon jetzt hat die Bewerbung viel Aufmerksamkeit und neue Begeisterung für den Sport in der Hauptstadt entfacht.“
DOSB-Vorstandsvorsitzender Otto Fricke: „Der Sport dankt dem Berliner Abgeordnetenhaus für diesen Beschluss. Die heutige Entscheidung zeigt: Eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner steht, vertreten durch ihre Abgeordneten, hinter Olympischen und Paralympischen Spiele in der Hauptstadt. Wir schätzen ganz besonders die Unterstützung aller, die sich an der Entwicklung des Konzeptes beteiligt haben, insbesondere der Bürgerinnen und Bürger, die sich im Kuratorium, im Bürgerforum oder bei anderen Beteiligungsformaten engagiert haben. Somit haben nun drei der vier nationalen Bewerber ihre Bewerbung sowohl politisch als auch gesellschaftlich legitimiert und die zweite Stufe des dreistufigen nationalen Verfahrens erfolgreich abgeschlossen. Wir sind optimistisch, dass am 4. Juni alle vier Bewerber ihre Konzepte bei uns einreichen werden.“
IOC-Mitglied und DOSB-Präsidiumsmitglied Michael Mronz: „Die klare Unterstützung der deutschen Hauptstadt für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele sendet ein starkes internationales Signal. Für den Erfolg einer Bewerbung auf internationaler Ebene ist entscheidend, dass Politik, Sport und Gesellschaft gemeinsam an einem Strang ziehen – das ist in Berlin gelungen. Der heutige Beschluss unterstreicht erneut, dass Deutschland auf einem vielversprechenden Weg ist.“ (Sportplatzwelt, 22.05.2026)




