Der digitale Sportverein
Zielgerichtete Kommunikation, messbare Kampagnen- und Sponsoringdaten, automatisierte Mitgliederverwaltung, digitales Ticketing – der digitale Wandel lässt das Vereinsmanagement zunehmend in eine technogische CRM-Welt aufgehen.
Der Breitensport sieht sich mit einem zunehmenden Professionalisierungs- und Digitalisierungsdruck konfrontiert: Einerseits sollen digitale Softwarelösungen für Sportvereine den Arbeitsaufwand auf Seiten der meist ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erheblich reduzieren, auf der anderen Seite ist die digitale Transformation an sich kein Selbstläufer und gelingt in der Regel nur mit strategischem Know-how. Die Heterogenität der deutschen Vereinslandschaft hat indes auch zur Folge, dass Digitalisierungsstrategien selten als „Blaupause“ funktionieren und die digitale Transformation immer anhand individueller Gegebenheiten mit unterschiedlichen Gewichtungen – je nach individueller Ausgangssituation im Sportverein – erfolgen muss. Die Herausforderung liegt hier für Vereine vor allem darin, einerseits neue digitale Strukturen behutsam einzuführen, um Überforderung zu vermeiden, andererseits aber so strategisch vorzugehen, dass am Ende nicht ein Mix aus inkompatiblen Insellösungen steht, die die tägliche Arbeit schlussendlich eher verkompli zieren als sie zu vereinfachen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Die vollständige Version des Artikels finden Sie in der aktuellen Ausgabe 2-2026 des Sportplatzwelt MAGAZIN. Jetzt für Sportplatzwelt+ registrieren, um Zugriff auf das eBook zu erhalten.

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- Ehrenamt am Limit
- Auf dem Weg zum CRM
- Digitales Mitgliedermanagement
Trotz der klaren Vorteile digitaler Verwaltungsstrukturen geht es mit der digitalen Transformation im Breitensport seit Jahren eher schleppend voran. Die Gründe hierfür sind vielfältig (siehe Artikel hierzu im Sportplatzwelt MAGAZIN 1-2026), resultieren aber vor allem aus fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen im meist ehrenamtlich geführten Sportverein.
Aber auch demographische Strukturen und fehlende „Digital Natives“ auf Vorstandsebene können die Digitalisierung im Sportverein bisweilen aus bremsen. Während einzelne digitale Lösungen, etwa in der Kommunikation, laut der aktuelle 9. Welle des Sportentwicklungsberichts (SEB) bereits in mehr als 80 % der Vereine gang und gäbe sind, beschränken sich viele in der Praxis angewandte „digitale“ Lösungen nach wie vor auf Excel-Tabellen und WhatsApp-Verteiler. Aus der 8. Welle des SEB: „Am häufigsten gaben die Vereine an, auf digitale Kommunikation (WhatsApp, E-Mail, Helfer-App) mit den ehrenamtlich Engagierten und den Mitgliedern zu setzen.
Hier zeigten sich allerdings signifikante Un terschiedeauf Basis der Vereinsgröße. So scheint diese Kommunikationsform insbesondere in kleineren und mittel großen Vereinen stärker ausgeprägt zu sein. Ein umgekehrtes Bild zeigt sich bei der digitalen Mitgliederverwal tung, der digitalen Finanzbuchhaltung sowie bei der Nutzung von sozialen Medien für Marketingaktivitäten und die Öffentlichkeitsarbeit der Vereine. Diese digitalen Maßnahmen werden in Kleinstvereinen mit bis zu 100 Mit gliedern signifikant seltener genutzt als in allen größeren Vereinen.“ Auch digitale Lösungen zur Planung und Organisation von Kursangeboten, zur digitalen Belegungsplanung sowie zur digitalen Planung und Durchführung von Veranstaltungen seien überwie gend in Großvereinen mit mehr als 2.500 Mitgliedern zu finden.
Die Anforderungen an digitale Lösungen sind somit umfangreich und können von Verein zu Verein sehr unterschiedlich ausfallen. Auf dem Markt sehen sich Vereine deshalb mit umfangreichen Software-Lösungen verschiedenster Anbieter konfrontiert, deren Lösungen sich durch individuelle Konfiguration in der Regel sehr genau auf die individuellen Bedürfnisse eines Vereins zuschneiden lassen. So können für den jeweiligen Verein irrelevante Punkte (z. B. digitales Ticketing oder Merchandising) unter Umständen zunächst aus dem Paket genommen werden, um dann zu einem späteren Zeitpunkt hinzugebucht werden zu können. Andere Software-Anbieter konzentrieren sich hingegen überwiegend auf die Mitgliederverwaltung und Kommunikation von Trainern, Spielern und Eltern, setzen bei der Datenmigration aber meist auf interoperable Dateistandards, die auch von anderen Softwarelösungen interpretiert werden können. [...]
(Sportplatzwelt, 13.08.2026)



