Schwimmbadbeleuchtung: Planungsgrundlagen

Die Planung der Beleuchtung für Schwimmbäder unterteilt sich in Bereiche, die jeweils eine eigene Betrachtungsweise des Themas erfordern – von gestalterisch-ästhethischen Aspekten bis hin zu sicherheitsrelevanten und sportfunktionellen Themen.

Sportbäder müssen auf die Sportnutzung hin optimiert beleuchtet werden, Badelandschaften und Schwimmbäder mit hohem Freizeitwert erweisen sich aber oft als keinesfalls weniger aufwendig – insbesondere, wenn gestalterische Aspekte eine wichtige Rolle spielen und die Architektur mit Gebäudebeleuchtung unterstrichen wird. Bei Allen Arten von Pools sind zudem vor allen Dingen Sicherheitsaspekte ein nicht zu unterschätzender Faktor, dem man mit Unterwasserleuchten Rechnung trägt.

Je nach Einbautiefe und Beckentyp – etwa Sportbecken oder Tauchbecken – müssen Scheinwerfer unterschiedlichen Druckverhältnissen standhalten. Standardmäßig geben Hersteller hier maximale Tiefen von rund 5 Metern an, Sonderlösungen können hingegen noch in erheblich tieferen Bereichen verbaut werden, die aber nur in den wenigsten Schwimmbädern existieren dürften. Ein weiteres Kriterium ist die Korrosionsbeständigkeit: Während in Süßwasser gewöhnlicher Edelstahl ausreicht, kommen in Solebädern spezielle Werkstoffe zum Einsatz, die Salzgehalte von bis zu 3,5 % dauerhaft verkraften, ohne zu rosten.

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Aber auch die Allgemeinbeleuchtung sollte so ausgelegt sein, dass keine dunklen Nischen entstehen, die für die Gäste unkomfortabel oder für das Sicherheitspersonal unübersichtlich werden könnten. Die Notbeleuchtung muss gewährleisten, dass eine geregelte Evakuierung auch bei einem allgemeinen Stromausfall möglich ist. Da die meisten Indoor-Bäder von den frühen Morgenstunden bis in den späten Abend in Betrieb sind, spielt freilich auch der energetische Aspekt für den Etat des Betreibers eine Rolle.

Da Wasser jedes einfallende Licht stark reflektiert, versucht der Lichtplaner keine Lichtpunkte direkt über dem Becken anzubringen. Ein weiteres Argument für diese Vorgehensweise ist, dass auf diese Weise in aller Regel die Wartung einfacher zu bewerkstelligen ist, da kein Handwerker seine Leiter in das Becken stellen muss. Werden dennoch Leuchten über dem Wasser angebracht, sollten sie eine asymmetrische Charakteristik aufweisen.

Die Einzelheiten des Pflichtenheftes arbeitet der Lichtplaner im Rahmen seines Projektes ab. Es bieten sich aber immer noch unzählige gestalterische Optionen, die der Bauherr in seinem Sinne mitgestalten kann, um das Ambiente rund um das Becken oder in der gesamten Badelandschaft zu steuern. Hierbei ist es auch möglich, mehrere Lichtszenarios einzurichten, die dann jederzeit abgerufen werden können.

Je nach Einsatzgebiet gelten für Beleuchtungsinstallationen in Schwimmbädern unterschiedliche Anforderungen.
Je nach Einsatzgebiet gelten für Beleuchtungsinstallationen in Schwimmbädern unterschiedliche Anforderungen. Bild: Sportplatzwelt

Mit der zunehmenden Bedeutung von Lichtdesign wird die professionelle Lichtplanung im Unterwasserbereich heute immer häufiger frühzeitig in die Gesamtplanung eingebunden. Während im internationalen Raum Lichtkonzepte längst zum Standard gehören, besteht in deutschen öffentlichen Projekten noch Nachholbedarf. Architekten zeigen sich jedoch zunehmend sensibilisiert für die gestalterischen und funktionalen Potenziale von Licht unter Wasser. Glasfassaden sind in der Schwimmbadarchitektur ein Standard. So entsteht eine helle, freundliche Atmosphäre.

Der Einfall des Sonnenlichts und mögliche Reflexionen oder Blendungen sind freilich im Beleuchtungskonzept zu berücksichtigen. Ist es einerseits wünschenswert, ein landschaftlich angenehmes Umfeld aus dem Gebäude heraus genießen zu können, ist es in manchen Fällen, vor allem in städtischer Umgebung, eher nicht erwünscht, dass Betrachter von außen zu viel Einblick erhalten. Auch diese Aspekte spielen in die Fassaden- und Lichtgestaltung mit hinein.

Bei den Sportbecken kann und sollte eine schwerpunktmäßig ausgeübte Sportart gezielt berücksichtigt werden. Hier ist es zudem von Bedeutung, welche Wettkampfklassen stattfinden werden und ob (TV-)Kameras eingesetzt werden. Das feuchte Milieu und der Chlor- und gegebenenfalls auch Salzgehalt des Wassers erfordert durchweg Leuchten mit hoher IP-Schutzklasse und entsprechendem Korrosionsschutz.

Selbstverständlich sind innerhalb von Becken erst recht ausschließlich Spezialleuchten zu verwenden. Die erste Ziffer der IP-Klassenbezeichnung gibt einen Wert für den Fremdkörper- und Berührungsschutz an, die zweite den gegen Wasser oder andere Flüssigkeiten. IP68, beispielsweise, bezeichnet einen vollständigen Berührungsschutz in permanent untergetauchtem Betriebszustand (auf der jew. Skala erste Ziffer: 6 von 6; zweite Ziffer: 8 von 9).

Neben der technischen Zuverlässigkeit ist die Lichtqualität entscheidend. Scheinwerfer müssen über ihre gesamte Lebensdauer hinweg eine einheitliche Lichtfarbe, Intensität und Abstrahlcharakteristik bieten – auch bei Kombination verschiedener Scheinwerfertypen. Gerade in Sport- und Wettkampfbecken, wo Ausleuchtung oft gesetzlich geregelt ist, spielt dies eine zentrale Rolle für die Sicherheit der Schwimmer. Aber auch in Hotelpools, Thermen oder privaten Anlagen ist die vollflächige Ausleuchtung oft unterschätzt – trotz ihres enormen Einflusses auf Sicherheit und Atmosphäre.

Beleuchtungskonzepte für Schwimmbäder erfüllen gestalterische, sportfunktionelle, aber auch sicherheitsrelevante Funktionen.
Beleuchtungskonzepte für Schwimmbäder erfüllen gestalterische, sportfunktionelle, aber auch sicherheitsrelevante Funktionen. Bild: Sportplatzwelt

Sonderthema Sprunganlage

Wie schon bei der architektonischen Planung der Gebäudehülle und des Sprungbeckens erfordert eine Turmspringanlage auch eine eigene Lichtplanung. Während für die Schwimmer hauptsächlich die Ausleuchtung auf Niveau der Wasseroberfläche eine Rolle spielt, da die Bodenmarkierungen ohnehin kontrastreich genug sind, geht es bei den Wasserballern schon mehr darum, die Blendung der Sportler zu verhindern, wenn sie hohe Bälle werfen oder fangen. Viel mehr vertikale Ausleuchtung erfordert der Kunstsprung-Turm, da die Kampfrichter jede Bewegungsphase gleich gut erkennen müssen – und erst recht Kameras, sollten sie in der jeweiligen Halle verwendet werden. Hierbei ist wiederum eine Blendung unbedingt zu verhindern. Beim Synchronschwimmen ist die Unterwasserbeleuchtung besonders relevant, während sie beim Wasserball eher ausgeschaltet wird.

Die verschiedenartigen sportartspezifischen und an die jeweiligen Wettkampfklassen geknüpften Anforderungen bedingen auch, dass verschiedene Beleuchtungskonfigurationen in der Halle auf Knopfdruck abrufbar sind. Dieser Aspekt ist zudem für den Stromverbrauch in der Halle nicht zu unterschätzen. Wenn stets nur das Beleuchtungsniveau eingeschaltet wird, dass die momentane Nutzung tatsächlich erfordert, lassen sich etliche Kilowattstunden an Stromverbrauch einsparen. In den Umkleiden können auch Bewegungsmelder hinzugezogen werden, um die Beleuchtung bedarfsgerecht zu steuern. Indessen steht mittlerweile fest, dass der Einsatz von LED-Beleuchtung die Verbrauchswerte signifikant senkt. In Schwimmbädern mit ihren vielen Betriebsstunden bei eingeschalteter Beleuchtung ist die Amortisationsrechnung kein Kunststück. Ein weiterer Vorteil der LED gegenüber konventionellen Leuchtmitteln besteht im geringeren Wartungsaufwand, sodass Leuchten kaum noch mit Steigern oder Leitern erreicht werden müssen. Umrüstungen im Bestand können ggf. das gegebene Raster nutzen.

Auch natürlicher Lichteinfall sollte Teil des Beleuchtungskonzepts sein.
Auch natürlicher Lichteinfall sollte Teil des Beleuchtungskonzepts sein. Bild: Sportplatzwelt

Sonderthema Unterwasserbeleuchtung

Die fachmännische Beleuchtungsplanung setzt sich in modernen Schwimmbädern auch unter der Wasseroberfläche fort: Moderne Unterwasserbeleuchtung kann zum einen architektonische, atmosphärische oder gestalterische Ziele verfolgen und ist deswegen vor allem in freizeitorientierten Spaß- und Familienbädern immer wieder fester Bestandteil des gestalterischen Gesamtkonzepts – sei es im Nicht-Schwimmerbecken oder in der Sauna-Landschaft. Vollfarbige RBG-LED-Leuchten haben sich hier als fester Standard etabliert, da sie einerseits deutlich energiesparender und langlebiger als herkömmliche Leuchten sind, die mittlerweile quasi vollständig vom Markt verdrängt wurden, andererseits können unterschiedliche Farben bei der Beckenbeleuchtung erheblich zur Verbesserung des „Wohlfühlfaktors“ in Freizeit-, Familien- und Wellnessbädern beitragen.

Auf der anderen Seite kann die Unterwasserbeleuchtung – auch wenn sie aus Sicht der verschiedenen für die Schwimmbadplanung relevanten DIN-Normen nicht vorgeschriebener Bestandteil des Beleuchtungskonzepts eines Schwimmbads ist – auch sicherheitsrelevante Ziele verfolgen: Sie erleichtert die Beckenaufsicht erheblich – vor allem in Hallenbädern mit schlechtem natürlichen Lichteinfall oder vielen dunkleren Bereichen. Durch die Installation einer entsprechenden Unterwasserbeleuchtung können Aufsichtspersonen das gesamte Becken – bis hinab auf den Beckenboden – deutlich besser im Blick behalten. Auch moderne, KI-gestützte Assistenzsysteme zur Beckenaufsicht, die beispielsweise gefährdete Personen über im Beckenbereich installierte Kamerasysteme automatisch erfassen und Alarm schlagen, sind oft auf eine gute Ausleuchtung des Beckens angewiesen, um effektiv arbeiten zu können.

Aus sportfunktioneller Sicht wird der Unterwasserbeleuchtung überwiegend dort eine relevante Rolle zuteil, wo Schiedsrichter, Punkterichter und Zuschauer auch das Geschehen unter Wasser verfolgen wollen – beispielsweise beim Synchronschwimmen. Allerdings sind die Anforderungen einzelner Sportarten hier mitunter sehr individuell: Wasserballer beispielsweise verzichten lieber auf eine Unterwasserbeleuchtung, um eine Blendung während des Tauchens zu vermeiden.

Während sich die Anschaffungskosten für Unterwasserbeleuchtung dank der mittlerweile äußerst kosteneffizienten LED-Technologie noch in einem überschaubaren Rahmen bewegen, ist es vor allem der höhere Planungs- und Wartungsaufwand, die den Preis hier in die Höhe treiben. Falls erwünscht, sollte die Unterwasserbeleuchtung von Beginn an fester Bestandteil der Lichtplanung für das gesamte Gebäude sein – nicht nur bei architektonisch-gestalterischen Installationen, sondern gerade auch bei sicherheitsrelevanten und sportfunktionellen Installationen. So kann einerseits gewährleistet werden, dass sich die Unterwasserbeleuchtung ins architektonische Gesamtkonzept eingliedert, andererseits, dass Badegäste und Sportler weder im noch um das Becken herum geblendet werden. Eventuellen Sicherheitsrisiken (z. B. Stromunfälle) kann von vornherein durch die Wahl entsprechend zertifizierter Produkte vorgebeugt werden.

Generell gilt: Wo Strom und Wasser zusammenkommen, gilt es einiges zu beachten. Sicherheitsrelevante Vorgaben für Unterwasserbeleuchtungssysteme sind vor allem in der DIN EN 60598-2 bis -18 festgehalten: Für einen dauerhaften Betrieb unter Wasser müssen die Leuchten mindestens über Schutzklasse IP68 verfügen und verpflichtend mit Niederspannung (12 V oder 24 V) betrieben werden, um lebensgefährliche Stromschläge im Ernstfall auszuschließen. (Sportplatzwelt, 21.01.2026)

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