Schwimmbadplanung: Der Außenbereich
Die Außenanlage prägt das Erscheinungsbild mit und gibt eine Visitenkarte des Schwimmbads ab. In der Planung gibt es deshalb neben sicherheitsrelevanten Einbauten vor allem gestalterische Elemente – selbstverständlich immer entsprechend der geltenden Vorschriften.
Der Außenbereich: Ausstattung
Auch Einfriedungen, Zäune und Stadtmobiliar sind immer Teil eines Schwimmbad-Projektes. Ihre Bedeutung sollte nicht unterschätzt werden, da es um sicherheitsrelevante Themen geht sowie das Erscheinungsbild der gesamten Anlage.
Ein bei der Planung von Schwimmbädern nicht zu unterschätzender Aspekt, der in Zusammenhang mit dem Nutzungskonzept steht, verbirgt sich in den Kostengruppe 530 Baukonstruktionen in Außenanlagen sowie KG 550 Einbauten in Außenlagen: In KG 531 sind es die Einfriedungen, in KG 550 allgemeine sowie besondere Einbauten. Der in KG 531 aufgeführte Sammelbegriff der Einfriedungen bezeichnet Außenzäune, Zutritts-Tore, Barrieren und Garagen. Hinter den Sammelbegriffen der allgemeinen und besonderen Einbauten ist u. A. Stadtmobiliar wie Papierkörbe und Sitzbänke zusammengefasst, aber auch – neben den etwaigen Geräten wie Schwimmnudeln, Tauchringen etc. – zum Beispiel das Kassenhaus oder Umkleide-Container.
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Die Außenanlage prägt das Erscheinungsbild mit und gibt eine Visitenkarte des Schwimmbads ab. Vorrangig sind in der Planung zunächst aber die sicherheitsrelevanten Einbauten zu behandeln, da hiermit festgelegt wird, welche Flächen anschließend welchen Spielraum für Nutzungen bieten. Von Bedeutung sind etwa für die Flucht- und Rettungswege-Konzeption relevante Tore in der äußeren Einfriedung. Für die spätere Nutzung der Anlage stellen sich hier die Weichen: Wo eine Standfläche der Feuerwehr freizuhalten ist, kann sich kein Parkplatz befinden und kein Bereich für Anlieferungen geschaffen werden. Je nach Größe und entsprechendem Gästeaufkommen des Schwimmbads müssen auch die Fluchtwege mit gekennzeichneten Rettungstoren berücksichtigt werden.
Welche Bauweisen für diese Metallbau-Gewerke im Einzelnen gewählt werden, legt der Fachplaner fest. So dürfen die Metallbau-Elemente keine scharfen Grate aufweisen oder auf andere Weise zur Gefahr für Besucher werden. Die Außenzäune, die insbesondere dort gebaut werden, wo auch ein Freibadbereich abgegrenzt werden muss, besitzen eine relativ enge Maschenweite, sodass der Versuch, über den Zaun zu klettern auf solche Weise erschwert wird, dass kein Fuß hier Tritt findet. Es spielt auch die Bodenbeschaffenheit eine Rolle, da die Zäune fundamentiert werden und auch dem Geländeverlauf folgen.
Es ist immer auch zu prüfen, ob sich Anforderungen durch die Lärmschutzverordnung ergeben. Typisch sind Probleme mit der Nachbarschaft wegen des Lärms, der entsteht, wenn viele Kinder schreien und rufen. Aber auch bei reinen Hallenbädern ohne Außen-Bereich kann u. a. der Geräuschpegel durch Eltern, die ihre Kinder mit dem PKW vor das Schwimmbad bringen, zum Problem werden – so kann es durchaus relevant werden, an welcher Stelle des Schwimmbads Zufahrten und Stellflächen zugeordnet sind. Es kann sich möglicherweise schon als sehr effektiv erweisen, wenn ein beleuchteter Unterstand an geeigneter Stelle vor dem Wetter schützt, sodass der beste Treffpunkt für Eltern und Kinder verlagert werden kann.
Auch ökologisch wünschenswert ist, dass viele Nutzer und Besucher mit dem Fahrrad kommen, und dieses Verhalten kann mit dem gebotenen Komfort gefördert werden, zum Beispiel mit einer Überdachung für die Räder. Die Art und Anzahl der Fahrradständer ist in der jeweiligen Landesbauordnung geregelt, hängt aber auch von den örtlichen Gegebenheiten ab. Die Hersteller können hier wertvolle Tipps zur Anordnung und Modellauswahl geben. Auch die Auswahl von Papierkörben und Bänken kann z. B. davon abhängen, ob die Schwimmanlage an einem Schulhof liegt, an einem Waldweg oder inmitten eines Wohngebietes.
Verschattung & Hitzeschutz
Der Außenbereich eines Frei- oder Kombibads lädt zum ausgiebigen Sonnen ein. Um die Gesundheit von Gästen jeden Alters aber nicht zu gefährden, sollte das Augenmerk auch auf einer geeigneten Verschattung liegen.
Der fortschreitende Klimawandel und die damit einhergehende globale Erwärmung sorgt auch in Deutschland für immer heißere Sommer. Umso mehr sollte das Augenmerk bei der Planung attraktiver Außenbereiche auch auf den Themen Hitzeschutz und Verschattung liegen. Dirk Messern, Präsident des Umweltbundesamts: „Der Klimawandel in Deutschland ist schon heute in vielen Bereichen des Lebens eine Herausforderung – auch für die Gesundheit. Hier gilt es, den Umgang mit Hitze deutlich zu verbessern und vulnerable Bevölkerungsgruppen adäquat zu schützen.“
Verschattung und Begrünung
Die Auswahl schattenspendender Infrastruktur im Schwimmbad folgt sowohl ästhetischen als auch funktionalen Kriterien – hier gilt es für den Fachplaner vor allem, eine funktionale Kombination aus den verschiedenen verfügbaren Systemen zu finden, die sich ins gestalterische Gesamtkonzept des Außenbereichs einfügt.
Bei künstlichen Verschattungssystemen wie Sonnensegeln, Textilmembranen und -dächern oder auch dem klassischen mobilen Sonnenschirm sollte das Augenmerk neben der Produktqualität und Kosten vor allem auf den herstellerseitig angegebenen UPF-Werten liegen, die anzeigen, wie viel UV-Strahlung vom Material abgefangen wird. Können solche Lösungen zwar exakt den Anforderungen vor Ort angepasst und sehr gut ins architektonische Gesamtkonzept eingefügt werden, ist der Schutz vor Sonnenstrahlung meist die einzige Funktion, mit der solche künstlichen Verschattungssysteme aufwarten können.
Nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit ist die natürliche Verschattung, wo möglich, stets zu bevorzugen: Natürliche Vegetation hat den großen Vorteil, dass sie nicht nur Schatten spendet, sondern durch Verdunstungskälte die Temperatur im Umfeld merklich senkt – verschiedene Studien konnten hier Unterschiede von bis zu 2° C feststellen. Darüber hinaus tragen sie auch zur Grundwasserbildung und generell zu einer Verbesserung des Mikroklimas vor Ort bei.
Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass Anlagen, die von einem natürlichen Baumbestand verschattet werden (z.B. Beachvolleyballfelder, Sprayparks, Kinderbecken) deutlich häufiger und intensiver gereinigt werden müssen. Sollen neue Bäume gepflanzt oder künstliche Verschattungseinrichtungen installiert werden, ist zudem darauf zu achten, dass dadurch zu keinem Zeitpunkt Solarthermie-Anlagen oder PV-Module nicht im Dunklen liegen.
Auch eine Frage der Kommunikation
Abseits infrastruktureller Maßnahmen ist der Hitzeschutz aber vor allem ein kommunikativer Prozess: Der Betreiber muss die verschiedenen – zum Beispiel im Rahmen eines kommunalen Musterhitzeschutplans ausgerufenen – Warnstufen an seine Gäste kommunizieren und für diese sowie die gesundheitlichen Folgen übermäßiger Hitze sensibilisieren. Auch Mitarbeiter sollten entsprechend für das Thema sensibilisiert und geschult werden – beispielsweise, um Anzeichen eines Hitzschlags frühzeitig zu erkennen und die medizinische Versorgung einzuleiten. Während des Tagesbetriebs sollte wiederholt auf hohe Temperaturen hingewiesen werden und entsprechende Verschattungs- und Trinkmöglichkeiten bereitgestellt werden.
Die Arbeit beginnt für den für Hitzeschutz zuständigen Mitarbeiter aber nicht erst im Sommer: Die kühlere Jahreshälfte sollte vor allem dafür genutzt werden, bestehende dem Hitzeschutz dienende Infrastruktur vor Beginn der heißen Sommermonate auf ihre Funktionalität zu überprüfen.
Sprayparks und Wasserspielplätze
Gerade in immer heißer werdenden Sommern verschaffen Wasserspielplätze und sogenannte Sprayparks dringend benötigte Abkühlung. Auch hier gilt wie überall im Schwimmbad: Kommt Wasser ins Spiel, gilt es einiges zu beachten.
Ob in Freibädern oder als Ergänzung zu urbanen Spielflächen: Sogenannte Sprayparks wecken nicht nur aufgrund ihres hohen Aufforderungscharakters und ihrer interaktiven Spielelemente in besonderer Weise den Spieltrieb vieler Kinder, sondern versprechen gerade in immer heißer werdenden Sommern zusätzliche Abkühlung im Außenbereich von Frei- und Kombibädern – als Ergänzung etwa zum klassischen Kinderschwimmbecken. Allerdings gilt wie in allen Bereichen des Schwimmbads: Sobald Wasser ins Spiel kommt, gilt es für Fachplaner neben gestalterischen Aspekten und den sicherheitstechnischen Anforderungen an Spielplatzgeräte, die in der DIN 1176 festgehalten sind, vor allem die spezifischen Anforderungen an den sicheren Umgang mit Wasser, die Hygiene und zu guter Letzt auch Nachhaltigkeitsaspekte zu beachten.
Kommunen und Betreiber, die bestehende Bäderanlagen mit einem Spraypark aufwerten wollen, sind folglich gut damit beraten, sich an versierte Hersteller und Fachplaner zu wenden, damit die Projektverantwortlichen am Ende nicht doch auf dem Trockenen sitzen.
Einiges zu beachten
Fachplaner, die sich mit der Planung eines neuen Sprayparks beschäftigen, bedienen sich eines ganzen Kataloges verschiedener Normen, die von der Produktsicherheit über Vorgaben für die Installation bis hin zu Sicherheits- und Hygienefragen beim Umgang mit Wasser reichen. Die zentralen technischen Regeln für Sprayparks – nicht zu verwechseln mit Matschspielplätzen mit ihren Wasserrinnsalen und Archimedischen Schrauben, deren Anforderungen überwiegend von den verschiedenen Spielplatznormen abgedeckt werden – sind seit 2020 in der DIN EN 17232 „Wasserspielgeräte und -merkmale – Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfverfahren und betriebliche Anforderungen“ festgehalten. Die Norm gilt beispielsweise für Sprayparks, Wasserspielplätze ohne stehendes Wasser, interaktive Fontänenanlagen sowie Wasserspielgeräte in Freizeitbädern und stellt unter anderem sicher, dass Wasserspielanlagen, mechanisch sicher sind, hygienisch betrieben werden, VDE-konform sind und dass Planung, Bau, Wartung und Betrieb nachvollziehbar dokumentiert werden. Neben Anforderungen an Gestaltung und Konstruktion enthält sie auch Anforderungen an Materialien, Oberflächen, Instandhaltung und Betrieb sowie Regeln für die Wasserqualität und Technik.
Hinzu kommen weitere sicherheitsrelevante Normen, auf die auch in der oben erwähnten DIN EN 17232 verwiesen wird und die es zwingend bei der Planung und im Betrieb zu beachten gilt. Im Fokus stehen dabei vor allem der Schutz vor Verletzungen durch Stürze, der Schutz vorm Ertrinken sowie der Schutz vor gesundheitlichen Schäden durch unzureichende Wasserqualität. Die DIN 18034 etwa beinhaltet die wesentlichen Anforderungen an die Planung, den Bau und die Gestaltung von Spielplätzen und Freiräumen zum Spielen und wird vor allem relevant, wenn der Spraypark in öffentliche Anlagen integriert oder an einen „klassischen“ Spielplatz angeschlossen wird. Zudem enthält auch sie einige grundlegende Anforderungen an den Einsatz von Wasser auf Spielplätzen – z.B. die vorgeschriebene maximale Wassertiefe –, die vor allem bei der Planung von ebenfalls häufig in Freibädern anzutreffenden Matschspielplätzen relevant werden.
Schlussendlich gilt es bei der Verwendung von Wasser als Spielelement auch die DIN 19643 und die Badegewässerverordnungen der Länder zu beachten, die wesentliche Vorgaben zur Wasserqualität und -aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser enthält. Zwar macht auch die DIN EN 17232 Vorgaben zur Wasserqualität, bleibt hier aber recht vage und verweist auf oben erwähnte Norm. In der Regel sollte das verwendete Wasser also mindestens über Badewasserqualität verfügen, eventuell darüber hinaus reichende Anforderungen beim Betrieb von Umwälzanlagen sind in jedem Fall im Vorfeld mit den örtlichen Behörden zu klären. Je nach Standort können die Anforderungen hier mitunter deutlich höher sein – einige kommunale Gesundheitsämter fordern hier sogar Trinkwasserqualität, was in der Praxis allerdings meist nur schwer umsetzbar ist. Es gilt in jedem Fall der Grundsatz, dass das Wasser nicht nur möglichst keimfrei sein sollte, sondern auch die Wasserqualität sowie die Aufbereitungsanlagen regelmäßigen Kontrollen unterzogen werden sollten – wie alle Anlagen im Schwimmbad. So kommen in Deutschland aufgrund regional unterschiedlicher Regelungen bisweilen Anlagen mit leicht chloriertem Wasser zum Einsatz als auch solche, die auf eine umfassendere Wasseraufbereitung setzen.
Die Vorgaben zur maximalen Wassertiefe finden im Regelfall nur dann Anwendung, wenn solche Installationen mit anderen Wasserattraktionen kombiniert werden – beispielsweise bei der Integration in oder der Kombination mit einem bestehenden Kinderbecken. Denn in der Regel findet sich in einem klassischen Spraypark wenig bis kein stehendes Wasser, da dieses direkt abläuft. Rutschhemmende Bodenbeläge sind aber in jedem Fall Pflicht, um das Verletzungsrisiko durch Ausrutschen auf dem nassen Untergrund zu minimieren – Fallschutzböden sind nur dort erforderlich, wo Spielgeräte beklettert werden können und die kritische Fallhöhe überschritten wird.
Vor allem im Sinne der Nachhaltigkeit stellen Sprayparks in Schwimmbädern eine hervorragende Alternative bzw. Ergänzung zum klassischen Kinderbecken dar: Herstellerangaben zufolge benötigen Sprayparks im Vergleich zum klassischen Kinderbecken 70 % bis 85 % weniger Strom, rund 85 % weniger Wasser und aufgrund der deutlich leichteren Chlorierung bis zu 70 % weniger Chemikalien. Die Kosten für einen modernen Spraypark richten sich in erster Linie nach der Größe und Ausstattung der stets individuell geplanten Anlagen und bewegen sich in einer Spanne von rund 150.000 Euro bis hin zu 500.000 Euro für große Installationen. Kombinationen aus bestehenden Kinderbecken und einem neuen Spraypark bieten hier Potenzial zur Kostenoptimierung: So kann es unter Umständen möglich sein, bestehende Aufbereitungsanlagen auch gleich für den neuen Spraypark zu nutzen. (Sportplatzwelt, 06.08.2026)





