Die Sportmilliarde: Ein Tropfen auf den heißen Stein?
Mit dem ersten Projektaufruf zur Sportmilliarde investiert der Bund 333 Mio. Euro in die Breitensportinfrastruktur. Die Rettung für eine marode Sportstättenlandschaft oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein?
Langen politischen Ankündigungen folgten im Herbst 2025 endlich Taten: Die Sportmilliarde, stufenweise ausgeschüttet über das Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS), soll dem Sanierungsstau an der deutschen Sportstättenlandschaft den Kampf ansagen – auch wenn das schlussendlich zur Verfügung stehende Fördervolumen insgesamt deutlich geringer ausfällt als noch zu Beginn prophezeit: Statt der anfangs geplanten jährlichen „Sportmilliarde“ kommt nun eine gestaffelte Finanzierung über die gesamte Legislaturperiode.
Auch wenn die „Sportmilliarde“ somit weiterhin eines der größten Breitensportförderprogramme des Bundes aller Zeiten ist, bleibt so ein fader Beigeschmack – schlussendlich wird dem organisierten Sport und vor allem den finanziell gebeutelten Kommunen so nur ein Viertel der ursprünglich angekündigten Mittel zur Verfügung gestellt.
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Die vollständige Version des Artikels finden Sie in der aktuellen Ausgabe 1-2026 des Sportplatzwelt MAGAZIN. Jetzt für Sportplatzwelt+ registrieren, um Zugriff auf das eBook zu erhalten.
Weitere spannende Themen:
- exklusive Umfragen zur Sportmilliarde unter Kommunen und Vereinen
- Statements wichtiger Stakeholder aus dem Breitensport zum SKS-Programm
- Entwicklung kommunaler Investitionen in den letzten 30 Jahren
- Sondervermögen Infrastruktur und seine Bedeutung für die kommunale Sportstättenlandschaft
Die erste Förderrunde der „Sportmilliarde“ – ausgeschüttet über das SKS-Programm des Bundes – ist bereits in vollem Gange: 333 Mio. Euro stellt der Bund im ersten Förderaufruf für die Sanierung kommunaler Sportstätten zur Verfügung. Weitere Projektaufrufe werden folgen, eine zweite Tranche über ebenfalls 333 Mio. Euro wurde bereits im Haushalt 2026 verankert. Zwar wurde der gesamte Antragsprozess entbürokratisiert und Entscheidungen für oder wider eine mögliche Förderung sollen deutlich schneller gefällt werden als in der Vergangenheit, zwischen der ersten Ankündigung und der Frist für die Einreichung aller nötigen Unterlagen lagen aber kaum mehr als drei Monate.
Kommunen, die bereits beschlussfähige „Schubladenprojekte“ aufweisen konnten, waren im ersten Förderaufruf demnach klar im Vorteil. Und der Bedarf nach einer umfassenden Sportstättenförderung durch den Bund ist zweifelsohne gegeben: Die erste Tranche der „Sportmilliarde“ war mehr als 20-fach überzeichnet, insgesamt seien Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund 7,5 Mrd. Euro bei den zuständigen Stellen eingegangen.
Ein Tropfen auf den heißen Stein?
Der Sanierungsstau an kommunalen Sportstätten in Deutschland ist besorgniserregend hoch. Exakt lässt sich seine Höhe nur schwer beziffern, verschiedene Studien und Untersuchungen nähern sich aber allesamt einem vergleichbaren Wert an: Eine vom Bundestag erstellte Kurzexpertise beziffert den derzeitigen Sanierungsrückstand über alle Sportanlagentypen (inklusive Bäderanlagen) hinweg auf rund 31 Mrd. Euro; eine aktuelle KfW-Befragung kommt hier auf einen Investitionsstau von rund 12,1 Mrd. Euro im Bereich kommunaler Sportstätten. Verteilt auf die laut DOSB-Analyse insgesamt rund 231.000 Sportstätten in Deutschland entspricht dies einem Investitionsrückstand von 52.000 Euro bis 134.000 Euro pro Sportstätte.
Mit rund zwei Dritteln aller Sportstätten sind dabei vor allem die Kommunen Träger der deutschen Sportstättenlandschaft – und somit auch im Wesentlichen für infrastrukturelle und betriebliche Investitionen verantwortlich.
Steigende Sozialkosten und wichtige Investitionen in kommunale Pflichtaufgaben haben in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass der Sport als freiwillige Aufgabe oft hintanstehen musste. Nichtsdestotrotz nimmt der Sport (laut aktuellem KfW-Kommunalpanel) mit rund 8,6 % der kommunalen Gesamtinvestitionen immer noch einen vergleichsweise hohen Anteil ein.
Betroffen sind dabei vor allem gedeckte Sportstätten, wie eine Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft ‑ (BISp) belegt, die den Bedarf an Neubauten, Generalsanierungen und Modernisierungen von Sportstätten abgefragt hat: 60 % der Kommunen hätten bei Sporthallen einen entsprechenden Bedarf in einer dieser drei Kategorien gesehen, 51 % bei Sportplätzen und 61 % bei Schwimmbädern.
Daten, die durch die aktuelle KfW-Befragung gestützt werden: 62 % der befragten Kommunen berichten von „gravierenden“ oder „nennenswerten“ Investitionsrückständen bei Hallenbädern, 53 % bei Eissportstätten, 49 % bei Sporthallen und 48 % bei Freibädern. Sportplätze kommen etwas besser weg: Lediglich 33 % der Kommunen berichten hier von Investitionsrückständen. Studienautorin Dr. Stefanie Brilon: „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Rückstände besonders schwerwiegend bei Hallensport sind und die Gebäudesubstanz betreffen.“
Kommunen, die von einem mindestens „nennenswerten“ Investitionsrückstand an Sporthallen berichten, verorten diesen zu 97 % im energetischen Zustand, zu 82 % in der Gebäudehülle, zu 89 % in Sanitäranlagen und zu 85 % in technischen Anlagen. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich beim Blick auf andere (gedeckte) Sportstättentypen. Es fehlt der kommunalen Sportstättenlandschaft somit nicht nur an nachhaltiger, energieeffizienter Gebäudetechnik, die die ohnehin hohen Betriebskosten langfristig senken könnte – vielerorts bröckelt wortwörtlich die Bausubstanz. [...]
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Die vollständige Version des Artikels finden Sie in der aktuellen Ausgabe 1-2026 des Sportplatzwelt MAGAZIN. Jetzt für Sportplatzwelt+ registrieren, um Zugriff auf das eBook zu erhalten.
Weitere spannende Themen:
- exklusive Umfragen zur Sportmilliarde unter Kommunen und Vereinen
- Statements wichtiger Stakeholder aus dem Breitensport zum SKS-Programm
- Entwicklung kommunaler Investitionen in den letzten 30 Jahren
- Sondervermögen Infrastruktur und seine Bedeutung für die kommunale Sportstättenlandschaft
(Sportplatzwelt, 25.03.2026)



