„Aktuell fehlen finanzielle Ressourcen für freiwillige Aufgaben“

Im Interview mit Sportplatzwelt spricht Jürgen Sonneck, Leiter des Referats Bildung und Sport der Landeshauptstadt München, über aktuelle Herausforderungen für Sportämter, den Zustand der kommunalen Sportstättenlandschaft und ämterübergreifende Zusammenarbeit.

Jürgen Sonneck
Jürgen Sonneck Bild: Tobias Hase
Sportplatzwelt: Was sind die derzeit größten Herausforderungen, mit denen sich Ihr Sportamt und der Sport in Ihrer Stadt konfrontiert sehen?
Sonneck: Die Landeshauptstadt München (LHM) muss im Zuge der Haushaltkonsolidierung sowie der damit verbundenen erforderlichen Einsparmaßnahmen ihren Fokus auf die Pflichtaufgaben wie u.a. die Bereitstellung von Schul- und Kita-Plätzen legen. Damit fehlen aktuell finanzielle Ressourcen für grundsätzlich freiwillige Aufgaben, zu denen auch die Bereitstellung von Sportinfrastruktur zählt. Darüber hinaus ist es für die LHM eine große Herausforderung, bei der stetig wachsenden Zahl an EinwohnerInnen auch weiterhin trotz eingeschränkter Flächenkapazitäten für alle BürgerInnen und nachgefragten Sportarten ein passendes und niederschwelliges Angebot bereitstellen zu können.

Sportplatzwelt: Wie bewerten Sie den Zustand Ihrer Sportstätten im Allgemeinen und wo liegen derzeit die Prioritäten bei geplanten Bau- und Sanierungsvorhaben? Welchen Stellenwert nehmen dabei die Themen Nachhaltigkeit und Klimaanpassung ein?
Sonneck: Grundsätzlich gut. Der Schwerpunkt liegt aktuell deutlich auf Sanierungen im Bestand mit Mitteln des Bauunterhalts und auf Freisportanlagen und deren Bespielbarkeit, höherer Nutzbarkeit und Multifunktionalität (u.a. Kunstrasenplatzbau), weniger auf der teuren Sanierung von Betriebsgebäuden oder deren Neubau. Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaanpassung werden im Zuge der Sanierung bzw. Neubaumaßnahmen bestmöglich mitgedacht, berücksichtigt und umgesetzt.

Sportplatzwelt: Sollten Kommunen angesichts der vielfältigen Anforderungen an eine moderne und nachhaltige Sportstätteninfrastruktur Ihrer Ansicht nach künftig deutlich projektorientierter und ämterübergreifend planen? Wie sieht hier die derzeitige Realität in Ihrer Kommune aus?
Sonneck: Im Kontext einer modernen und nachhaltigen Sportstätteninfrastruktur arbeitet der Geschäftsbereich Sport eng mit den an der Planung und Umsetzung beteiligten Referate der LHM (Planungs- und Baureferat) zusammen. So kann die Expertise referatsübergreifend gebündelt werden. Zudem gibt es einen regen und informellen Austausch beim bundesweiten Treffen der Sportamtsleiter, bei der städteübergreifend Erfahrungen und Informationen ausgetauscht werden. (Sportplatzwelt, 23.01.2025)

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