Monheim am Rhein: Die „Stadt für alle“

Die größte Sporthalle Europas und eine Skate-Anlage mit olympischen Ausmaßen: Die Bevölkerung der Stadt Monheim am Rhein wird derzeit Zeuge mehrerer ambitionierter Bauprojekte im Bereich des Sports.

„In Monheim am Rhein spielen Sport und Bewegung eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklungsplanung“, erklärt Ingmar Gettmann vom Sportbüro der Stadt Monheim am Rhein. Ein Blick auf die zahlreichen, infrastrukturellen Bau- und Sanierungsprojekte mit Investitionssummen teils im zweistelligen Millionenbereich bestätigt diese Aussage. So gelingt es der Stadt Monheim am Rhein, seinen mehr als 40.000 Einwohnern nicht nur eine moderne, sondern vor allem auch vielseitige Sportstättenlandschaft zur Verfügung zu stellen.

„Stärken den Sport durch herausragende Infrastruktur“ – Im Interview mit Sportplatzwelt spricht Ingmar Gettmann vom Sportbüro der Stadt Monheim am Rhein über aktuelle Herausforderungen, das EU-Mikroplastikverbot und den Monheimer Vereinssport.

Gettmann: „In Monheim am Rhein spielen Sport und Bewegung eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklungsplanung. Als ‚Hauptstadt für Kinder‘ und ‚Stadt für alle‘ legen wir großen Wert darauf, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu vielfältigen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten haben. Durch die Integration von Sportstätten, Grünflächen, Spielplätzen und Radwegen in unsere Stadtplanung fördern wir nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden, sondern auch die Gemeinschaft und das Miteinander. Sport und Bewegung sind somit essenzielle Bausteine für eine lebenswerte und aktive Stadt Monheim am Rhein.“

Rund 2,7 Mio. Euro sind in die Sanierung des Heinrich-Häck-Stadions geflossen.
Rund 2,7 Mio. Euro sind in die Sanierung des Heinrich-Häck-Stadions geflossen. Bild: Stadt Monheim am Rhein

So sind in den vergangenen Jahren insgesamt 8 öffentliche Bewegungsangebote (z. B. Outdoor-Fitness-Anlagen, Calisthenics-Anlagen oder Bewegungsparcours) und 9 Cagesoccer-Anlagen entstanden, die allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Monheim am Rhein jederzeit kostenfrei und frei zugänglich zur Verfügung stehen – neben drei über das Stadtgebiet verteilten Sportboxen.

Die Stadt Monheim am Rhein hat in den vergangenen Jahren viel in ihre Sportstätteninfrastruktur investiert – wie hier an der Grundschule Pfingsterfeld.
Die Stadt Monheim am Rhein hat in den vergangenen Jahren viel in ihre Sportstätteninfrastruktur investiert – wie hier an der Grundschule Pfingsterfeld. Bild: Stadt Monheim am Rhein/Tim Kögler

Gettmann: „Im Rahmen eines Förderprogramms des Landes NRW wurden drei Sportboxen angeschafft, dessen Inhalt mit Hilfe einer App kostenlos für die Bürgerschaft zugänglich gemacht wird. Die Sportboxen sollen damit gleichermaßen der Bürgerschaft und dem Vereinssport zugutekommen, da der Einsatz der Sportgeräte, darunter Spielgeräte wie Bälle und Frisbees, aber auch Hanteln, Schlingentrainer und Kettlebells, vielfältig zum Einsatz kommen kann.“ Um die Sportbox zu öffnen und die darin enthaltenen Trainings- und Spielgeräte nutzen zu können, müssen die Nutzer lediglich die Sportbox-App auf ihrem Smartphone installieren. Über die genauen Standorte der drei angeschafften Sportboxen wollen Gettmann und sein Team in den kommenden Wochen entscheiden.

Auch die Sporthalle auf der Heinrich-Haeck-Sportanlage wurde umfassend saniert.
Auch die Sporthalle auf der Heinrich-Haeck-Sportanlage wurde umfassend saniert. Bild: Stadt Monheim am Rhein

Die größte Sporthalle Europas

Doch auch der organisierte Breitensport und der Schulsport kommen in der „Stadt für alle“ nicht zu kurz: Durch außergewöhnlich hohe Investitionen in den vergangenen Jahren und kommenden Monaten gelingt es der Stadt Monheim am Rhein, sowohl dem Schul- als auch dem Vereinssport eine moderne und funktionelle Sportstättenlandschaft zur Verfügung zu stellen, die nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern europaweit ihres gleichen sucht: Nachdem im vergangenen Jahr vor allem Sanierungsmaßnahmen im Fokus der Kommunalverwaltung standen, liegt das Augenmerk derzeit vor allem auf der Fertigstellung von „Europas größter Sporthalle“, der ersten Achtfach-Sporthalle Europas.

So wird die größte Sporthalle Europas nach Fertigstellung aussehen.
So wird die größte Sporthalle Europas nach Fertigstellung aussehen. Bild: NÜSSLI

So wurde 2023 der Kunstrasenbelag im Rheinstadion vollständig ausgetauscht, das für 2,2 Mio. Euro grundsanierte Jahnstadion wiedereröffnet und die 6,7 Mio. Euro teure Bahnen Monheim Arena, vor allem Heimspielstätte des Oberligisten 1. FC Monheim, fertiggestellt – neben der Eröffnung einer Tanzübungshalle für 2,8 Mio. Euro und der Fertigstellung der Einfach-Sporthalle an der Grundschule im Pfingsterfeld.

Künftig kann in Monheim am Rhein auf zwei Ebenen Sport getrieben werden.
Künftig kann in Monheim am Rhein auf zwei Ebenen Sport getrieben werden. Bild: NÜSSLI

Bis Ende Oktober soll dann auch das wohl ambitionierteste Sportbauprojekt in der Monheimer Stadtgeschichte fertiggestellt werden: Europas erste Achtfach-Sporthalle. Für eine Summe von insgesamt rund 37 Mio. Euro entsteht in Monheim am Rhein derzeit eine Sporthalle der Superlative, die mit insgesamt vier Hallenteilen auf zwei Ebenen nicht nur dem Vereinssport, sondern vor allem auch dem Schulsport zugutekommen soll. Dabei sei diese Achtfach-Sporthalle für eine mittelgroße 40.000er-Stadt wie Monheim am Rhein aber keinesfalls überdimensioniert, wie Gettmann erklärt: „Die insgesamt acht Sporthallen entsprechen dem Bedarf des direkt angrenzenden Schulzentrums am Berliner Ring. Rund 2.400 Schülerinnen und Schüler besuchen hier derzeit drei weiterführende Schulen. Und wir wissen jetzt schon, dass die Schülerschaft weiter wachsen wird.“

Die neue 8-Fach-Sporthalle soll sowohl dem Schul- als auch dem Vereinssport zugutekommen.
Die neue 8-Fach-Sporthalle soll sowohl dem Schul- als auch dem Vereinssport zugutekommen. Bild: NÜSSLI

Aus diesem Grund habe man sich dazu entschieden, die am selben Standort bestehende Dreifach- und Zweifach-Sporthalle, die sich nach Jahrzehnten der intensiven Nutzung auch baulich in einem schlechten Zustand präsentierten, abzureißen und durch den modernen Neubau zu ersetzen – auch mit Blick auf die zukünftige Bevölkerungs- und Stadtentwicklung, wie Gettmann erklärt: „Die drei zusätzlichen Halleneinheiten wurden als Mehrbedarf des wachsenden Schulzentrums errechnet. Durch die doppelstöckige Bauform nutzen wie die zur Verfügung stehende Fläche neben den Schulen optimal aus. Um dem Gebäude nach außen hin ein wenig von seiner Massivität und Höhe zu nehmen, wird es ein Stück weit in den Boden eingelassen. So entstehen zwei Sporthallen-Ebenen mit je vier Hallenteilen übereinander – also eine Achtfach-Sporthalle.“

Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten an der 8-Fach-Halle abgeschlossen sein.
Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten an der 8-Fach-Halle abgeschlossen sein. Bild: NÜSSLI/Tim Kögler

Das gesamte Raumprogramm der neuen Sporthalle richte sich deshalb vor allem auch nach den Bedarfen des benachbarten Schulzentrums – und bietet den Schülerinnen und Schüler weit mehr als einen bloßen Raum für Sport und Bewegung. Gettmann: „Der Schulsport kann hier künftig unter modernsten Anforderungen stattfinden, unterstützt von Seminarräumen, die den Wechsel zwischen Theorie- und Praxisunterricht durch kurze Wege innerhalb des Gebäudes im Schulalltag ermöglichen.“ Doch auch der Vereinssport komme in der neuen Halle nicht zu kurz: „In den Abendstunden und an Wochenenden stehen die Räume dann dem Vereinssport zur Verfügung. Durch die beiden Tribünen auf beiden Sporthallen-Ebenen sind für unsere Basketball- und Handballvereine auch zeitgleiche Heimspieltage möglich. Wir erhalten außerdem immer wieder Anfragen von Sportvereinen nach Seminarräumen zu Aus- und Fortbildungszwecken. In der neuen Sporthalle können wir diese Räume künftig zur Verfügung stellen.“

Die Stadt Monheim am Rhein hat in zahlreiche niedrigschwellige Sportangebote investiert.
Die Stadt Monheim am Rhein hat in zahlreiche niedrigschwellige Sportangebote investiert. Bild: Stadt Monheim am Rhein/Tim Kögler

Weitere infrastrukturelle Projekte, mit denen sich die Stadt Monheim am Rhein noch in diesem Jahr befassen will, betreffen die Erneuerung der Sportbeläge in der städtischen Tennishalle, die Vergabe des Planungsauftrags für die Sanierung der Rudersteganlage und die Fortsetzung der Bauausführung des bereits im Umbau befindlichen städtischen Hallenbad „Mona mare“. Zudem soll noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Sportzentrums für Fußball und Tennis am Kielsgraben begonnen und die Einfach-Sporthalle an der Bregenzer Straße fertiggestellt werden.

Des Weiteren sollen – ebenfalls noch in diesem Jahr – die weiteren Planungen für ein weiteres ambitioniertes Bauprojekt der Stadt Monheim am Rhein in die Wege geleitet werden: Der Bau eines olympia-gerechten Skateparks.

Weitere Cagesoccer-Felder sind in den letzten Monaten am Zilleplatz entstanden.
Weitere Cagesoccer-Felder sind in den letzten Monaten am Zilleplatz entstanden. Bild: Stadt Monheim am Rhein/Tim Kögler

Ein Bauprojekt, das nicht nur angesichts möglicher olympischer Sommerspiele im Rhein-Ruhrgebiet 2036 von großer Bedeutung sei, wie Gettmann erklärt: „Der Skatesport ist noch nicht lange olympische Disziplin. Viele Normen wurden erst in den vergangenen Jahren festgelegt. Da wir nun ohnehin einen neuen Skatepark planen, halten wir es für sinnvoll, von vornherein auch die Normen für Wettkämpfe zu erfüllen. Damit zeigt die Stadt Monheim am Rhein, dass wir den Skatesport und die Nutzergruppe ernst nehmen. Sollte sich beispielsweise das Ruhrgebiet für die olympischen Sommerspiele 2036 bewerben, könnte der Monheimer Skatepark eine Sportstätte für Wettkämpfe im Skatesport werden."

Damit der Skatepark aber nicht nur die Anforderungen von Baunormen und olympischen Wettbewerben erfüllt, sondern auch die tatsächlichen Bedürfnisse und Wünsche der Skater-Szene berücksichtigt, wurden die entsprechenden Bevölkerungsgruppen bereits frühzeitig in den Planungsprozess involviert. Gettmann: „Mit Bürgerinnen und Bürgern haben bereits mehrere öffentliche Gestaltungsworkshops stattgefunden. Im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung und des Planungsbüros konnten alle Interessierten ihre Ideen und Wünsche für die Gestaltung einbringen.“

„Hauptstadt für Kinder“

Alleine im Jahr 2023 und 2024 sind somit Investitionen in die Sportstätteninfrastruktur im hohen zweistelligen Millionenbereich geplant.

Summen, von denen andere Kommunen in Zeiten angespannter Haushalte nur träumen können, die für die Monheimer Stadtverwaltung aber unvermeidlich waren und sind, wie Gettmann erklärt: „Um viele Investitionen kommen wir als Stadtverwaltung ja gar nicht herum – wir sind eine attraktive Stadt mit einer stetig wachsenden Bevölkerung und damit auch einer stetig wachsenden Schülerschaft. Und Schülerinnen und Schüler benötigen Schulgebäude und Sporthallen. Als ‚Hauptstadt für Kinder‘ und ‚Stadt für alle‘ ist uns wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen in Gebäuden mit optimalen Bedingungen lernen, Sport treiben und aufwachsen können. Der organisierte Sport profitiert natürlich von den hohen Investitionen in die schulische Infrastruktur. Darüber hinaus setzen wir aber bei Investitionen auch entsprechende Prioritäten, um allen Monheimerinnen und Monheimern einen leichten Zugang zum sportlichen Angebot ermöglichen zu können.“ (Sportplatzwelt, 30.07.2024)

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