„Online-Anmeldung hat Einstieg erleichtert“
Im Interview spricht Michael Zirlewagen, Präsident des Deutschen Wellenreitverbands (DWRV), über die jüngsten Mitgliederentwicklungen und die Lage des Surf- und Wellenreitsports in Deutschland.

Zirlewagen: Wir freuen uns sehr über den deutlichen Mitgliederzuwachs der letzten Jahre. Dabei ist es wichtig, zwischen absoluten Zahlen und prozentualem Wachstum zu unterscheiden: 500 neue Mitglieder sind großartig, aber im Kontext des Spitzensports natürlich noch überschaubar. Besonders dazu beigetragen hat wohl, dass unsere digitalisierte Online-Anmeldung als Fördermitglied den Einstieg stark erleichtert hat und gleichzeitig einige Vereine neu zu uns gestoßen sind. Diese Kombination hat wesentlich zu der positiven Entwicklung beigetragen. [...]
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Weitere spannende Themen:
- Mitgliederentwicklungen in verschiedenen Sportarten
- Die Lage des Ehrenamts im Breitensport
- Alles rund um die Sportmilliarde
- Hürden für die Digitalisierung im Breitensport
Sportplatzwelt: Welche Hürden erschweren derzeit das Wachstum trotz positiver DOSB-Zahlen – und wie adressiert der DWRV diese Probleme?
Zirlewagen: Das Fördersystem befindet sich durch den Regierungswechsel und die strukturellen Veränderungen im DOSB in einer Phase des Umbruchs. Für einen kleinen Spitzensportverband wie uns ist es dadurch sehr schwierig – teilweise nahezu unmöglich –, Fördermittel in einer Größenordnung zu erhalten, die etwa den Aufbau eines olympischen Trainingszentrums ermöglichen würden.
Wir arbeiten dennoch kontinuierlich daran, unsere Strukturen weiter zu professionalisieren, im Austausch mit den relevanten Stellen zu bleiben und realistische Wege zu finden, um unsere AthletInnen und Vereine bestmöglich zu unterstützen.
Sportplatzwelt: Surfen ist seit 2020 (bzw. 2021) auch eine olympische Disziplin. Inwieweit haben die beiden vergangenen Olympischen Spiele in Tokio und Paris zu messbaren Effekten bei der Gewinnung von Mitgliedern und Ehrenamtlichen geführt?
Zirlewagen: Ich freue mich sehr, dass wir sowohl in Tokio als auch in Paris AthletInnen entsenden konnten – das war für uns als Verband unglaublich spannend und motivierend. Ein direkter, messbarer Effekt auf die Gewinnung von Ehrenamtlichen hat sich daraus leider nicht ergeben; im Gegenteil, aktuell fehlt uns sogar eine VizepräsidentIn. Wer Lust hat, sich zu engagieren, ist bei uns jederzeit herzlich willkommen – wir empfangen neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter mit offenen Armen.



