„Künstliche Intelligenz bietet enorme Chancen“

Im Interview spricht Malte Kalsbach, Geschäftsführer Leichtathletik beim TSV Bayer 04 Leverkusen e.V. und Leiter des EU-geförderten DigiRoot-Projekts, über die Chancen künstlicher Intelligenz für den Breitensport, die digitale Transformation und die Rolle von „DigiRoot“.

Malte Kalsbach
Malte Kalsbach Bild: TSV Bayer 04 Leverkusen e.V.
Sportplatzwelt: Welche Chancen bietet der Einsatz künstlicher Intelligenz für den Breitensport? Wie ist es generell um die Digitalisierung des deutschen Vereinssports bestellt?
Kalsbach: Aus meiner Sicht bietet künstliche Intelligenz enorme Chancen, um beispielsweise manuelle und repetitive Aufgaben im organisierten Sport zu übernehmen und damit Geschäftsstellen sowie das Ehrenamt spürbar zu entlasten. Das können Automatisierungen im Bereich der Mitgliederanmeldung, Kursbuchung oder Kommunikation sein. Ein Beispiel wäre ein Chatbot auf der Web site, der mit vereinsinternen Daten gefüttert wird und die wichtigsten Fragen 24/7 beantwortet. Und das insbesondere zu Zeiten, in denen die Geschäftsstelle unbesetzt ist. Ein Vorbild hierfür ist das entsprechende Projekt des DOSB.

Die größte Herausforderung ist jedoch die Person, die diese Lösungen umsetzen kann. Der generelle Stand der Digitalisierung ist in sehr vielen Vereinen noch sehr überschaubar, da es an Ressourcen wie Personal, Wissen, Zeit und Geld fehlt. Hier liegt ein strukturelles Problem vor: Für eine erfolgreiche digitale Transformation benötigt eine Organisation eine treibende Kraft, die über Kompetenzen im Projekt- und Change-Management, gute Kommunikationsfähigkeiten sowie fundierte Kenntnisse in IT und Digitalisierung verfügt. Diese Fachkräfte sind jedoch auch in anderen Branchen stark gefragt und können sich ihre Arbeitgeber und Gehälter in der Regel aussuchen. Die Einstiegsgehälter in Sportorganisationen liegen meist weit unter den Markterwartungen solcher Experten. Diese Diskrepanz führt zu einer großen Lücke zwischen dem Bedarf und den Möglichkeiten der Sportorganisationen.

Bei diesem Interview handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Die vollständige Version des Artikels finden Sie in der aktuellen Ausgabe 2-2026 des Sportplatzwelt MAGAZIN. Jetzt für Sportplatzwelt+ registrieren, um Zugriff auf das eBook zu erhalten.



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Sportplatzwelt: Was sind mögliche Lösungsansätze?
Kalsbach: Ich sehe den Schlüssel in einer gezielten Befähigung des vorhandenen Personals. Hierzu sind aus meiner Sicht drei Säulen entscheidend: Erstens braucht es eine Art „digitalen Führerschein“ für das Ehren- und Hauptamt. Dies wären beispielsweise niedrigschwellige Qualifizierungsangebote, die Sicherheit im Umgang mit modernen Werkzeugen vermitteln. Dies darf keine trockene Theorie sein, sondern muss sich direkt an den Bedarfen des Vereinsalltags orientieren. 

Zweitens müssen wir die akademische Ausbildung anpassen. An den Fachhochschulen und Universitäten, die Sportmanagement-Studiengänge anbieten, sollten zusätzliche Module zur Digitalisierung fest verankert werden. Wir müssen den Nachwuchs bereits während des Studiums befähigen, als Schnittstellenmanager zwischen Sport und Technologie zu agieren. Drittens, und das ist der wohl wichtigste Aspekt für die tägliche Arbeit, müssen Softwarelösungen radikal vereinfacht werden. Die Komplexität heutiger Tools ist oft die größte Bar riere. Wir benötigen Anwendungen, die so intuitiv gestaltet sind, dass sie ohne umfangreiches IT-Vorwissen und ohne lange Einarbeitungszeit produktiv eingesetzt werden können. Nur wenn Technologie den Anwender nicht überfordert, wird sie langfristig in den Vereinsalltag integriert. [...]

(Sportplatzwelt, 07.08.2026)

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