Sportplätze: Nachhaltige Entwässerung

Dass Regenwasser abfließen kann und sich keine überschüssige Feuchtigkeit anstaut, ist ein Hauptaugenmerk im Sportplatzbau. Der Klimawandel und seine zunehmenden Starkregenereignisse gehen dabei mit gestiegenen Anforderungen an die Entwässerung einher, die sich auch im 2025 aktualisierten Normenkatalog widerspiegeln.

Einerseits gilt es, das vor allem in niederschlagsstarken Perioden anfallende Wasser schnellstmöglich aus dem System abzuführen, um Staunässe und Schäden zu vermeiden. Andererseits muss das überschüssige Wasser – insofern es nicht vor Ort versickert werden kann – nach und nach in Kanalisationen oder Gewässer eingeleitet werden, ohne die Umwelt zu belasten. In Zeiten zunehmender Starkregenereignisse werden deshalb auch Regenrückhalte-Systeme, die große Wassermengen temporär zwischenspeichern können, oder Drosselsysteme zur Regulierung des Wasserabflusses zunehmend relevant.

Es wird dabei grundlegend zwischen der Entwässerung der Oberfläche und der von Ober- und Unterbau differenziert. Um die Oberfläche zu entwässern, wird die Belagsoberfläche in einem Gefälle ausgebildet. Die Entwässerung des Ober- und Unterbaus erfolgt mittels Dränung, für die es verschiedene Konstruktionsmöglichkeiten gibt. Die Dränage mit ihren Rohren liegt unsichtbar unter dem Spielfeld. Die Entwässerung der Laufbahn bzw. der Randbereiche des Spielfelds erfolgt zusätzlich über Rinnen. Denn sowohl Laufbahn als auch Spielfeld werden mit Gefälle bzw. Wölbung angelegt, sodass auch der Abfluss von Wasser in Richtung Rand vorgegeben ist. Zur inneren Einfassung der Rundlaufbahn dient in der Regel eine gedeckte Laufbahnrinne. Die Kunststoff-Abdeckung verhindert, dass die Rinne für die Sportler zum Unfallrisiko wird. Zudem wird der Eintrag von Unrat weitgehend abgewendet.

Zwar liegt die Rinne außerhalb der hindernisfreien Zone des Fußballplatzes, doch kann die unter anderem bei Einwürfen zum Hindernis werden. Fußballplätze ohne umlaufende Laufbahn werden daher bevorzugt mit offenen Rinnen eingefasst. Ausführungen mit Einlaufkasten führen das Wasser direkt einem Dränrohr zu. Muldenrinnen haben keine Schlitze und können somit auch die Funktion erfüllen, am Spielfeldrand ausgetragenes Infill-Material aus dem Kunstrasensystem auf zufangen. Wiederum hierfür ausgelegte Produktvarianten können mittels einer aufgeschraubten Klemmschiene den Rand des Kunstrasen-Flors fixieren.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Den vollständigen Artikel finden Sie in der 5. Auflage des KOMPENDIUM SPORTPLATZ. Das KOMPENDIUM SPORTPLATZ 2026 steht Ihnen ab sofort im Stadionwelt-Shop zur Verfügung. Registrierte Nutzer von Sportplatzwelt+ erhalten nicht nur kostenfreien Zugriff auf das eBook, sondern auch 50 % Rabatt auf die Printpublikation.

Folgende weiterere spannende Themen rund um die Entwässerung erwarten Sie in der Neuauflage des KOMPENDIUM SPORTPLATZ:

- Neu: Rohrlose Dränagesysteme
- Bewertung der Wasserqualität
- Einspeisung, Rückhaltung, Überflutung
- Andere Verwendungszwecke

Wohin mit dem Wasser?

Prinzipiell gibt es zwei grundlegen de Möglichkeiten, das angestaute Wasser aus dem Spielfeld bzw. vom Belag abzuleiten: Die direkte Versickerung vor Ort und die Abführung und Verwendung an anderer Stelle. Die Versickerung hat dabei vor allem zum Ziel, die vielerorts sinkenden Grundwasserspiegel auszugleichen und neues Grundwasser zu bilden.

Neben wirtschaftlichen Aspekten wie einer geringeren Abwassergebühr, die vor einigen Jahrzehnten noch einen der wesentlichen Faktoren bei einer Entscheidung für die Vor-Ort-Versickerung darstellte, bilden heutzutage vor allem Nachhaltigkeitsüberlegungen eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Das Sächsische Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG): „Das Niederschlagswasser von Sportplätzen sollte, wo immer möglich, auf dem Sportplatz verbleiben und nicht abgeleitet werden. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die lokale Verdunstungsrate wird erhöht, Wasser verbleibt länger oberflächennah im Boden. Damit verbundene Kühlungseffekte für das Stadtklima sind wahrscheinlich, müssten jedoch verifiziert werden. Hier besteht Forschungsbedarf. Die Bodenstruktur im Untergrund wird durch den Bau eines Sportplatzes mit Versickerung vor Ort weniger stark beeinflusst. Die öffentliche Kanalisation kann entlastet werden. Bau- und Betriebskosten von Sportanlagen fallen geringer aus.“

Grundlage für die Versickerung von Niederschlagswasser auf Sportflächen bilden das DWA-Arbeitsblatt A 138-1 „Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser – Teil 1: Planung, Bau, Betrieb“, das die verschiedenen Versickerungsmöglichkeiten (z. B. Rohrrigole, Muldenrigole, Einbau von Sickerblöcken) beschreibt, sowie die DIN 18035-3 „Sportplätze – Entwässerung“, die im Sommer 2025 einige entscheidende Anpassungen erhalten hat.

Aus Platzgründen eignet sich nicht jede Sportanlage für eine zentrale Versickerung vor Ort. Weitere Faktoren, die einer Versickerung unter Umständen im Weg stehen, betreffen die Wasserqualität sowie die Beschaffenheit des Baugrunds: Der im Optimalfall durch Versickerungsversuche vor Ort ermittelte Durchlässigkeitsbeiwert (Kf-Wert) gibt Auskunft über die Wasserdurchlässigkeit des Baugrunds. Grob-, Mittel- und Feinsande sowie sandiger Kies und sandiger Schluff sind die in der Regel für eine Versickerung geeigneten Baugründe. Heidbreder: „Ein zu durchlässiger Baugrund (z. B. Grobkies) ist für eine Versickerung nur bedingt geeignet, da das Niederschlagswasser zu schnell und somit nahezu ungefiltert in das Grundwasser versickert. Des Weiteren muss der Abstand der Versickerungseinrichtung zum Grundwasserstand mindestens 1 m betragen, um einen Reinigungs- und Filtereffekt zu erlangen.“ Bei geringer stofflicher Belastung des zu versickernden Wassers könne dieser Abstand auch auf 0,50 cm reduziert werden. [...]

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Den vollständigen Artikel finden Sie in der 5. Auflage des KOMPENDIUM SPORTPLATZ. Das KOMPENDIUM SPORTPLATZ 2026 steht Ihnen ab sofort im Stadionwelt-Shop zur Verfügung. Registrierte Nutzer von Sportplatzwelt+ erhalten nicht nur kostenfreien Zugriff auf das eBook, sondern auch 50 % Rabatt auf die Printpublikation.

Folgende weiterere spannende Themen rund um die Entwässerung erwarten Sie in der Neuauflage des KOMPENDIUM SPORTPLATZ:

- Neu: Rohrlose Dränagesysteme
- Bewertung der Wasserqualität
- Einspeisung, Rückhaltung, Überflutung
- Andere Verwendungszwecke

(Sportplatzwelt, 22.05.2026)

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