Wie effektiv ist staatliche Sportförderung?

Mit der Sportmilliarde und dem Sondervermögen investiert der Bund so viel in den Breitensport wie lange nicht mehr. Doch woran lässt sich der Erfolg staatlicher Breitensportförderung fest machen?

Das Haushalten mit öffentlichen Geldern benötigt einiges an Fingerspitzengefühl – nicht selten sind Investitionen des Bundes oder Länder Diskussionsthema in der Öffentlichkeit. Die Effizienz staatlicher Förderung im Allgemeinen und im Speziellen der Sportförderung ist deshalb immer wieder zentrales Thema der Sozialpolitik.

Öffentliche Mittel werden mit der Erwartung investiert, sowohl ökonomische als auch gesellschaftliche Wirkungen zu erzielen. Erfolgreiche Unternehmer haben bei zu tätigenden Investitionen immer auch die Kapitalrendite, auch unter dem Anglizismus „Return on Investment“ (ROI) bekannt, im Blick: Eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den finanziellen Erfolg einer unternehmerischen Tätigkeit darstellt – gemessen am eingesetzten Kapital. Doch wie lässt sich der Erfolg einer Investition messen, die nicht in erster Linie wirtschaftliche oder unternehmerische Interessen verfolgt, sondern vor allem dem Gemeinwohl zugutekommen soll?

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Die vollständige Version des Artikels finden Sie in der aktuellen Ausgabe 1-2026 des Sportplatzwelt MAGAZIN. Jetzt für Sportplatzwelt+ registrieren, um Zugriff auf das eBook zu erhalten.



Weitere spannende Themen:
- exklusive Umfragen zur Sportmilliarde unter Kommunen und Vereinen
- Statements wichtiger Stakeholder aus dem Breitensport zum SKS-Programm
- Entwicklung kommunaler Investitionen in den letzten 30 Jahren
- Sondervermögen Infrastruktur und seine Bedeutung für die kommunale Sportstättenlandschaft

Hier setzt der sogenannte „Social Return on Investment“ (SROI) an: Der SROI erweitert das Bewertungsspektrum über rein finanzielle Kennzahlen hinaus und quantifiziert sowohl materielle als auch immaterielle Wirkungen einer Investition in monetären Äquivalenten – mit dem Ziel, den gesellschaftlichen Mehrwert von Investitionen sichtbar zu machen und eine umfassendere Entscheidungsgrundlage für die öffentliche Mittelvergabe zu schaffen. Hierbei kommt häufig das sogenannte Risiko- und Schutzfaktorenmodell zum Einsatz, das etwa gesundheitliche und gesellschaftliche Risiken verschiedener Ereignisse, die Kosten der Ereignisse sowie das reduzierte Risiko für aktive Sportler bewertet. Im Kontext staatlicher Sport- und Sportstättenförderung erlaubt der SROI beispielsweise, Gesundheitsgewinne durch erhöhte physische Aktivität, soziale Effekte durch Vereinsmitgliedschaften und das gemeinsame Sporttreiben oder langfristige Einsparungen im Gesundheitssystem zu berücksichtigen.

Im Gegensatz zum ROI, der ausschließlich den direkten finanziellen Ertrag misst, integriert der SROI sowohl direkte als auch indirekte, kurzfristige und langfristige Effekte. Dadurch wird ein umfassenderes Bild der tatsächlichen Wirkung öffentlicher Investitionen in den Sport gezeichnet. Die Anwendung des SROI ermöglicht es, den Nutzen staatlicher Sportförderung nicht nur quantitativ zu bewerten, sondern auch strategisch zu steuern, um die gesellschaftliche Wirkung öffentlicher Mittel zu maximieren.

Wirtschaftsfaktor Breitensport

„Sport ist in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – aufgrund seines Beitrags zur gesamtwirtschaftlichen Leistung durch sportbezogenen Konsum, durch Investitionen in Bau, Instandhaltung und Betrieb von Sportstätten sowie durch Aufwendungen für Sponsoring, Werbung und Medienrechte. Zudem bietet er eine Vielzahl von Arbeitsplätzen“, so der DFB in seiner 2024 gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute veröffentlichten SROI-Analyse „Die Sozialrendite des Amateurfußballs“, bei der sich die Studienverantwortlichen vor allem auf das 2017 entwickelte UEFA SROI-Modell stützen, das auf insgesamt 23 Indikatoren aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Gesundheit basiert.

Staatliche Sportstättenförderung ist somit auch immer eine regionale Konjunkturmaßnahme: Staatlich geförderte Neubau- oder Sanierungsprojekte lösen unmittelbar – etwa im Rahmen geförderter Vereinsprojekte – oder über den Umweg der kommunalen Haushalte teils erhebliche Wertschöpfungseffekte im regionalen – und bei entsprechender Größe des Projekts auch überregional – Sportstättenbau aus. Infrastrukturelle Neubau- und Instandsetzungsmaßnahmen sowie der Sportplatzbetrieb hätten laut der aktuellen DFB-Analyse in der Saison 2018/19 (der Betrachtungszeitraum der Studie) allein für eine Bruttowertschöpfung in Höhe von 1,3 Mrd. Euro gesorgt. [...]

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