Indoor-Sportböden: Parkett, Linoleum & Co.

Parkett, Linoleum, PUR-Beschichtung, PVC, Glas oder mobile Lösungen: Bauherren und Architekten haben bei der Wahl eines geeigneten Sportbodens die Qual der Wahl. Einige Systeme sind dabei für bestimmte Nutzungsszenarien besser geeignet als andere.

Parkett – Edles Erscheinungsbild kombiniert mit sportfunktionellen Eigenschaften

Bild: Sportplatzwelt
Das Parkett hat in Deutschland im Sprotbereich eine Marktanteil von gut 25 %. In Sporthallen wird für den Deckbelag die Eiche zu etwa 80 % verlegt, danach kommen Ahorn und Esche. Der Unterbau wird entweder mit durchgehender elastischer Schicht oder als Schwingträger-Konstruktion gebaut, wobei das Parkett grundsätzlich zum flächenelastischen Typ gehört.

Generell kommt Fertigparkett mit einer Werksversiegelung, die ist nahezu so strapazierfähig wie Linoleum. Eine unsachgemäße Reinigung ist aber immer problematisch. Das Parkett ist äußerst robust, jedoch nur bedingt partytauglich. Zur Ermöglichung entsprechender Events sind Schutzböden angeraten.

Die Anwendung von Parkettreinigern und einer Pflege-Politur bedeuten keinen Mehraufwand gegenüber anderen Belägen. Das Parkett ist grundsätzlich klimaanfällig. Hohe Schwankungen in der relativen Luftfeuchtigkeit oder der Einsatz einer zu heißen Fußbodenheitzung können zu Fugen führen.

Im BasketbalI ist das Parkett der Standard, ebenso wie bei den Turniertänzern. Es ist auch für Rad- und Rollsport gut geeignet. Einschränkungen sind bei Betätigungen mit viel Kontakt des Körpers oder Sportgeräts zum Boden hinzunehmen.  Zum Aufstellen von Fitness-Geräten oder zum Krafttraining ist der Holzboden nicht geeignet, weil unweigerlich bleibende Eindrücke entstehen. Bei der Gymnastik bzw. Übungen mit viel Bodenkontakt werden andere Böden bevorzugt.

Parkett wird dauerhaft verlegt, ist aber ebenso als mobile Event-Lösung aus einzelnen (bei Bedarf mit den entsprechenden Linien markierten) Segmenten verfügbar – eine typische Lösung im Profi-Basketball.

Linoleum – Der Mehrzweck-Klassiker

Bild: Sportplatzwelt
Beim Linoleum handelt sich um einen lange bewährten Allrounder, der in Deutschland den größten Marktanteil hat, der aber nicht mehr bei den früheren 75 % liegt. Eine Komponente ist das auch im Namen vertretene Leinöl. Die Grundmasse ergänzen Naturharze, Kalkstein und Holzmehl sowie natürliche oder naturidentische Farbpigmente. Auch Kork kann der Masse zugesetzt werden. Die Paste wird auf Jutegewebe gepresst und reift dann in Trockenkammern. Dem Linoleum ist ein typischer Geruch eigen, sodass diese Belagsart nach der Verlegung zunächst auch auf diesem Weg eindeutig zu erkennen ist.

Typisch für das Erscheinungsbild ist die marmorartige Maserung. Planer können auf ein umfangreiches Farbsortiment zurückgreifen. Das Linoleum wird in Bahnen verlegt und mit Schmeldrähten verbunden. Die Materialstärke beträgt 3,2 bis 4 mm. Linoleum kann auf allen gängigen Unterkonstruktionen verlegt werden und damit flächen-, punkt-, misch- oder kombinationselastisch sein. Das Material erfüllt ferner alle sport- und sicherheitsfunktionellen Anforderungen und ist ohne Einschränkungen für Freizeitbetätigungen sowie den Freizeit- und Spitzensport geeignet. Da es zudem für Lasten und Sportarten auf Rollen geeignet sowie unempfindlich gegen Reibungshitze, Zigarettenglut und Schläge ist, gehört es auch bei den Mehrzweckhallen zu den Favoriten.

Die Widerstandsfähigkeit des Linoleums kann durch den Auftrag einer farblosen PUR-Versiegelung unterstützt werden. Auch eine im Gegensatz zu reinen Kunststoffbelägen gegebene Offenporigkeit wird so ausgeglichen.

Der Boden erhält ab Werk ein Pflege-Finish zum Schutz beim Einbau und als Basis für die Einpflege. Das Linoleum ist mit einem gemäß DIN V 18032-2 geeigneten Mittel zu reinigen und zu pflegen, wobei alkalische Produkte und Schmierseife tabu sind.

PUR-Beschichtung – individuell einstellbarer Sportboden aus einem Guss

Bild: BSW
Eine der Besonderheiten der PURBeschichtung (Polyurethan/auch mit „PU“ bezeichnet) ist, dass diese nicht verlegt, sondern im flüssigen Zustand aufgetragen wird. Damit entfallen die bei der Bahnenware erforderlichen Fugen oder Schweißnähte, die sich dort langfristig als Schwachpunkt erweisen. Durch die Herstellung vor Ort durch entsprechend qualifizierte Fachbetriebe (in situ) ergeben sich für die Optik, wie auch die sportfunktionellen Eigenschaften individuelle Gestaltungs- und Einstellmöglichkeiten.

Die Nutzschicht kann als Direktbeschichtung auf die Lastverteilerplatte des flächenelastischen Sportbodens oder auf einer etwa 4 bis 14 mm starken Elastikschicht 2 bis 4 oder sogar 6 m dick sein. Die stärkeren Bauweisen werden zum Beispiel verwendet, wenn der Boden bei Indoor-Leichtathletikanlagen spikebeständig sein muss. Eine abschließende Farb- sowie eine matte oder glänzende Schutzschicht gehört in jedem Fall auch zu diesem Sportbodensystem.

PUR kann vom flächen- bis zum punktelastischen System jede Bauweise bedienen. Vorausgesetzt, dass die Unterkonstruktion sich noch in einwandfreiem Zustand befindet, ist das Retopping möglich – auch wenn lediglich eine neue Farbgestaltung erwünscht ist. Hierbei sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, Farbkonzepte sind ohne wesentliche Mehrkosten auch auf einzelne, kleine Objekte anwendbar.

Bei PU handelt es sich um Kunstharz, in dessen Weiterentwicklung die Industrie viel Entwicklungsarbeit investiert hat. Es verursacht heutzutage keine gesundheitsschädlichen Emissionen und wird ohne Weichmacher verarbeitet. Die Eignung für die Verwendung in Innenräumen ist auf Grundlage des AgBB-Bewertungsschemas des Umweltbundesamtes nachzuweisen, sodass PU auch speziellen Umweltanforderungen entspricht.

PVC – mobiler oder festinstallierter Boden von der Rolle

Bild: Sportplatzwelt
Das auch in geringer Materialstärke sehr strapazierfähige PVC (Polyvinylchlorid) wird im Sportbodenbereich vielseitig für Sport- und Mehrzweckhallen angeboten und ist ein sehr oft verwendeter mobiler Belag.

PVC wird grundsätzlich auf der Rolle geliefert und bei fester Installation in einer Halle ohne Schmelzdraht thermisch verschweißt, wodurch eine hohe Zugfestigkeit gegeben ist. Sofern der Belag werkseitig PU-versiegelt ist, ergibt sich der Vorteil, dass die Neuversiegelung in der Folge nicht mehr erforderlich ist und somit ein Teil der Kosten für die Unterhaltspflege entfallen kann.

Die Schließung der Poren an der Oberfläche verhindert, dass Schmutz in tiefere Schichten des Materials eindringen kann und mindert als Beitrag zu den sportfunktionellen Eigenschaften den Reibungswiderstand an der Oberfläche. Der PVC-Belag ist inklusive Schaumträgerschichten meist 7 mm dick. Dieser punktelastische Aufbau kann, auf einem flächenelastischen Unterbau verlegt, als kombiniertelastisches Gesamtsystem in die Nutzung gehen. Es sind sowohl glatte als auch genarbte Nutzschichten erhältlich, die jeweils sportartspezifische Vorteile haben können.

Hinsichtlich der farblichen Gestaltung sind alle Möglichkeiten gegeben, Sonderfarben können auf Wunsch produziert werden, es sind auch Dekor-Varianten erhältlich, die zum Beispiel eine Parkett-Maserung imitieren.

PVC war für einige Jahrzehnte in den Sporthallen weit verbreitet, wurde dann wegen Bedenken hinsichtlich verschiedener Inhaltsstoffe verdrängt und ist längst wieder zurückgekehrt. Die Hersteller betonen die Unbedenklichkeit heutiger Produkte und weisen entsprechende Zertifikate vor, die für die bauaufsichtliche Zulassung in Deutschland maßgeblich sind. Somit ist der seitens vieler Gemeinden ausgesprochene PVC-Verzicht revidierbar.

Glas – Innovatives Sportbodensystem für echte Multifunktionalität

Bild: OYM/ASB Glassfloor
Neben den bis hierhin aufgeführten Klassikern unter den Sportbodenbelägen hat sich vor allem der Hersteller ASB GlassFloor vor einigen Jahren in den Bereich der Glassportböden vorgewagt.

Der Glassportboden steht dabei anderen, „klassischen“ Systemen in Sachen Sportfunktionalität und Sicherheit in Nichts nach: Die speziell entwickelte Behandlung der Glasoberfläche sorgt für eine perfekte Rutschhemmung und kann auf Kundenwunsch angepasst werden. Die patentierte Oberfläche erfüllt alle Anforderungen nach Rutschfestigkeit und Reflexion der DIN 18032-2 wie auch der EN 14904. Durch jahrelange, umfassende Tests hat es ASB GlassFloor erreicht, dass der Boden nicht zu viel reflektiert, um eine Ablenkung der Sportler zu vermeiden.

Die Oberfläche des Glassportbodens besteht aus geätztem Glas mit eingebrannte Keramikpunkten. Das Bodensystem wurde bereits von den wichtigesten Basketballverbänden (z. B. FIBA, NBA) zertifiziert. Hier kommt vor allem der Voll-LED-Boden (ASB Lumi-Flex), der das Spielfeld in einen riesigen Bildschirm verwandelt, zum Einsatz.

In Multifunktionssporthallen hat sich hingegen vor allem die kostengünstigere Alternative etabliert, bei der LED-Streifen in unterhalb des Glasbodens liegenden Aluminium-Kanälen installiert werden, um verschiedene Spielfeldbegrenzungen „auf Knopfdruck“ einblenden zu können. Die LED-Linien für verschiedene Sportarten können einzeln ein- und ausgeschaltet werden.

Die Personalisierungsmöglichkeiten bieten dabei eine große Flexibilität: Die Linierungen sind frei wählbar, sodass auch Formen wie Sterne, Kreise und Dreiecke denkbar sind und individuelle Designs realisiert werden können. Zusätzlich kann auch die Farbe des Bodens nach den eigenen Wünschen angepasst werden. Der Hersteller beschreibt den Bodenbelag als sehr pflegeleicht und extrem widerstandsfähig gegen Beschädigungen von außen.

Mobile Sportböden – Immer der richtige Boden für jedes Event

Bild: Sportplatzwelt
Ob Sonderveranstaltung, überregionaler Wettkampf oder Benefizturnier: Immer wieder kann es passieren, dass der in einer Sporthalle oder temporär für den Sport genutzten Veranstaltungshalle verlegte Boden nicht die Ansprüche einer sportlichen Sonderveranstaltung erfüllt. So stellt vor allem der höherklassige Basketball mit seinem Wunsch nach einem gepflegten Parkettboden hier gewisse Anforderungen.

Die gute Nachricht für Betreiber: Fast alle Sportbodensysteme für Sporthallen sind in der Regel auch als mobile Variante erhältlich. Dabei müssen die gewünschten Systeme nur in den seltensten Fällen käuflich erworben werden, was nicht nur mit enormen Anschaffungskosten, sondern vor allem auch der Frage nach dem Verbleib am Ende der Veranstaltung verbunden ist. Um Kosten und Lagerraum zu sparen, sind die meisten mobilen bzw. temporären Sportbodensysteme auch auf Mietbasis erhätllich – und das in aller Regel direkt beim jeweiligen Hersteller.

Ein mobiler Sportboden wird meist in Schichten aus mehreren Rollen angelegt: Einer Schutzschicht für den unterliegenden Boden folgen mehrere dämpfende Schichten, die im wesentlichen für die Elastizität und Stabilität des mobilen Bodens verantwortlich zeichnen, gefolgt vom eigentlichen Bodenbelag. Einige Hersteller haben sich indes bereits auf besonders schnell zu installierende Lösungen spezialisiert, bei denen die verschiedenen Schichten als vorgefertige und zusammensteckbare Platten geliefert werden. Dank solcher vorgefertigten Systeme sinkt die Installationsdauer z. B. eines Basketballspielfelds auf ca. drei Stunden.

Soll auf der anderen Seite ein Sportboden vor dem Besucherverkehr einer Sonderveranstaltung geschützt werden, lohnt sich die Anschaffung mobiler Schutzböden.

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