Wärme aus Solarstrom: Der Weg weg vom Gas
Zwei österreichische Vereine, die seit längerem auf Lösungen von my-PV setzen, zeigen die Vorteile der Wärmeerzeugung aus PV-Strom, der mit dem Steueränderungsgesetz 2025 jetzt auch in Deutschland keine Grenzen mehr gesetzt sind.
Bislang war der Betrieb von Photovoltaikanlagen für deutsche Breitensportvereine häufig mit gemeinnützigkeitsrechtlichen Problemen verbunden – insbesondere, wenn überschüssiger Strom entgeltlich ins Netz eingespeist wird. Mit dem Steueränderungsgesetz 2025, das seit Jahresbeginn gültig ist, werden gemeinnützigen Vereinen in Deutschland nun deutlich weniger Schranken gesetzt: Der Betrieb einer Photovoltaikanlage ist ab sofort steuerlich unschädlich für die Gemeinnützigkeit – selbst bei Einspeisung von Überschussstrom.

Überschüssiger PV-Strom muss aber nicht immer gegen (ein vergleichsweise geringes) Entgelt ins Netz eingespeist werden: Zwei Breitensportvereine aus Österreich, die bereits seit Längerem auf Lösungen des österreichischen Anbieters my-PV setzen, zeigen eindrucksvoll, wie sehr auch kleinere Vereine von der Installation eines Photovoltaiksystems profitieren können und wie Überschussstrom am effektivsten genutzt werden kann. Anstatt überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen, nutzen beide Vereine den nicht direkt genutzten PV-Strom zuerst zur Warmwasserbereitung, dann erst wird eingespeist.
In Verbindung mit einer intelligenten Steuerungslösung wie der von my-PV können Photovoltaikanlage weit mehr als nur Strom für die Steckdose zu liefern – sie bilden die Grundlage für eine nachhaltige Wärmeversorgung. Solche Installationen senken langfristig nicht nur die Energie- und Betriebskosten, sondern reduzieren auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und steigern die Energieautarkie eines Vereins – und dank aktueller gesetzlicher Änderungen im Steuerrecht werden vergleichbare Betriebsmodelle auch für deutsche Vereine immer attraktiver.

„Die Ertragsdaten sprechen eine klare Sprache"
So begannen die Funktionäre des ATSV Vorwärts Neuzeug bereits Ende 2021, nach einer modernen Nachfolgelösung für die in die Jahre gekommene Warmwasserbereitung im Vereinsheim zu suchen – inklusive der Duschen für die Fußball- und Tennisabteilung des Vereins. Bis dahin erfolgte die Warmwasserbereitung mittels Gasheizung, die mit Flüssiggas befeuert wurde. Neben dem Nachteil eines fossilen Rohstoffs hat sich dieser Umstand in den letzten Jahren vor allem zu einem entscheidenden Kostenfaktor entwickelt: Der Betrieb verschlang zum Ende mehr als 750 kg Flüssiggas im Jahr, was im Jahr 2022 Kosten von rund 3.000 Euro pro Jahr entsprach.
Um die Betriebskosten langfristig zu senken, verfolgte der Verein ein klares Ziel: Die moderne, nachhaltige Energieerzeugung mit Photovoltaikanlagen, die möglichst viel Eigenstrom direkt vor Ort nutzen – und überschüssigen Strom zur Warmwasserbereitung vor Ort verwenden.
Mit großem Erfolg, wie ein Blick auf die Verbrauchsdaten im Jahr 2023 zeigt: Im gesamten Betriebsjahr 2023 wurden von der my-PV-Lösung 4.688 kWh an Wärme erzeugt. Setzt man dies in Relation zum vormaligen Gasverbrauch, so lässt sich errechnen, dass durch PV-Überschuss fast die Hälfte der benötigten Energiemenge zur Warmwasserbereitung zur Verfügung gestellt werden konnte. Hier könnten laut my-PV noch wesentlich höhere Deckungsgrade erreicht werde, wenn ein größerer Pufferspeicher angeschafft worden wäre bzw. eine höhere Temperatur des Wassers eingestellt wird. Insgesamt hat die Anlage von März 2023 bis Februar 2024 mehr als 24.000 kWh Strom produziert, wovon rund 12.000 kWh selbst verbraucht wurden – inklusive Warmwasserbereitung (4.688 kWh).Wolfgang Wührleitner vom ATSV Vorwärts Neuzeug: „Die Ertragsdaten sprechen eine klare Sprache. Wir sind von den gesunkenen Betriebskosten überzeugt! Klar, eine Photovoltaikanlage ist eine Investition, der Zusatzaufwand für Wärme aus Photovoltaikstrom aber überschaubar. Dann lässt man die Sonne arbeiten, statt jedes Mal den Gaseinkauf erledigen zu müssen.“
Die Anlage nutzt den auf dem Vereinsgebäude erzeugten PV-Strom nicht nur zur klassischen Stromversorgung, sondern vor allem zur Warmwasserbereitung, indem Überschussstrom gezielt in einen 2.000 Liter großen Pufferspeicher geleitet wird. Schlüssel hierzu sind die zwei installiertenAC•THOR 9s-Regler von my-PV, die jeweils einen 9 kWh Heizstab stufenlos je nach verfügbarer PV-Leistung steuern, wodurch die thermische Schichtung im Pufferspeicher optimiert und höchste Effizienz erreicht wird.
Die Überschussdetektion misst am Netzzugang, wieviel Strom aktuell nicht ins Netz eingespeist wird, also als Überschuss zur Verfügung steht. Über das lokale Netzwerk kommuniziert der my-PV WiFi Meter mit den AC•THOR 9s-Reglern, sodass ausschließlich PV-Überschussstrom für die Wärmebereitung genutzt wird – eine effiziente Nutzung, die den Eigenverbrauch maximiert.
Ist die Solarleistung mal zu gering, kann das System die Mindesttemperatur im Pufferspeicher über Netzstrom halten. Dabei nutzt der Verein seit September 2024 überhaupt kein Gas mehr für die Warmwasserbereitung – zuvor wurde es nur beim Unterschreiten von 36°C manuell zugeschaltet.
Vom großen Pufferspeicher zur Kompaktlösung
Während der ATSV Vorwärts Neuzeug eindrucksvoll zeigt, wie sich selbst größere Wärmemengen nahezu vollständig mit Photovoltaikstrom abdecken lassen, beweist ein weiteres Projekt in Oberösterreich, dass dieses Prinzip auch in kleinerem Maßstab äußerst wirkungsvoll und rentabel sein kann.
Der SV Sierning steht hier exemplarisch für viele Fußballvereine: Überschaubare Gebäudestrukturen, klar definierte Nutzungszeiten – und ein naturgemäß hoher Wasserverbrauch im Trainings- und Spielbetrieb vor allem in den Abendstunden und am Wochenende.
Nachdem der Verein nun eine 15 kWp-Photovoltaikanlage installiert hatte, um seine Stromkosten zu senken, zeigte sich schnell ein altbekanntes Problem, von dem viele gerade kleinere Vereine betroffen sind: Vor allem tagsüber wurde nur wenig Strom selbst verbraucht, ein Großteil des erzeugten PV-Stroms musste unrentabel ins Netz eingespeist werden.
Um den Eigenverbrauch zu maximieren und Überschussstrom sinnvoll direkt vor Ort zu nutzen, wurde der bestehende 1.000-Liter-Pufferspeicher kurzerhand umgebaut, um gezielt mit Photovoltaikwärme beladen zu werden. Herzstück der Lösung sind wie beim ATSV Vorwärts Neuzeug ein AC•THOR 9s-Regler, der den Überschussstrom stufenlos in Wärme umwandelt.

In einem technische Detail unterscheiden sich beide Lösungen allerdings voneinander: Statt klassischer Heizstäbe im Speicher entschied man sich für einen externen Wärmetauscher, der im Eigenbau realisiert und mit einem 9 kW-Einschraubheizkörper von my-PV ausgestattet wurde.
Der AC•THOR 9s regelt nicht nur die Heizleistung, sondern steuert zusätzlich die Drehzahl einer Wilo-Heizungspumpe. So wird exakt jene Wärmemenge in den Pufferspeicher eingebracht, die dem aktuellen PV-Überschuss entspricht – präzise, verlustarm und mit idealer thermischer Schichtung.
Durch die Lösungen von my-PV kann der Verein seine Warmwasserbereitung über weite Teile des Jahres vollständig photovoltaisch abdecken, gleichzeitig die wassergeführte Gebäudeheizung unterstützen und die bestehende Gastherme spürbar entlasten, ohne den Komfort zu beeinträchtigen. Dabei zeigt das System gerade bei kleineren Überschussmengen seine Stärke: Die gewünschte Komforttemperatur am Frischwassermodul steht schnell zur Verfügung. Im Messzeitraum Januar 2022 bis November 2022 konnte der Verein so mehr als 6.300 kWh Erdgas einsparen.
Für Vereine jeder Größenordnung
Die Warmwasserbereitung aus PV-Überschüssen ist für Sportvereine heute kein Zukunftsthema mehr – sondern eine sofort umsetzbare, wirtschaftliche und (inzwischen auch) rechtlich einfache Lösung.
Während der ATSV Vorwärts Neuzeug auf große Speicherkapazitäten und eine hohe Regelleistung setzt, zeigt der SV Sierning anschaulich, dass auch kompakte Bestandsgebäude mit überschaubarem technischem Aufwand massiv von Photovoltaikwärme profitieren können. Denn überall, wo klar definierte Nutzungsintervalle auf einen hohen Warmwasserbedarf und große PV-Überschüsse zur Tageszeit treffen, arbeitet Photovoltaikwärme am effektivsten: Überschussstrom, der gerade in den nutzungsfreien Zeiten während des Tages produziert wird, kann direkt vor Ort zur Wärmebereitung genutzt werden und muss nicht (unrentabel) ins Netz eingespeist werden. (Sportplatzwelt, 20.01.2025)
- Firmenhomepage: my-PV GmbH






