BMG veröffentlicht Hitzeschutzplan für den Sport

Das Bundesministerium für Gesundheit legt drei neue Hitzeschutzpläne vor, um besser auf die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitzewellen reagieren zu können. Mit ihnen wird der „Hitzeschutzplan Gesundheit“ u.a. um den Bereich Sport erweitert.

Die neuen Musterhitzeschutzpläne sollen Verantwortlichen dabei helfen, Bürgerinnen und Bürger auch bei Sportausübung künftig besser vor den Gefahren zu hoher Außentemperaturen z.B. in den besonders heißen Sommermonaten schützen zu können.

Der neue Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport soll dabei vor allem Vereinen und Verbänden helfen, Sporttreibende, hauptamtliche Mitarbeitende und freiwillig Engagierte ebenso wie Zuschauerinnen und Zuschauer vor hitzebedingten Gesundheitsrisiken zu schützen.

Laut WHO zählen vor allem Sportler zu den in besonderer Weise von klimabedingten Gesundheitsrisiken betroffenen Risikogruppen. Gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät Mannheim, der Universität Heidelberg, dem DOSB und der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V. wurde auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit ein neuer Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport erarbeitet, um alle Zielgruppen im Breitensport vor hitzebedingten Gesundheitsrisiken besser zu schützen.

Den vollständigen Musterhitzeschutzplan des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie auf der Website des BMG.

Michaela Röhrbein, DOSB-Vorständin Sportentwicklung: „Angesichts der immer häufiger werdenden Hitzeperioden freuen wir uns, dass das BMG die erste Version unseres partizipativ erarbeiteten Hitzeschutzplans in die Struktur der offiziellen Musterhitzeschutzpläne aufgenommen hat. Die aktualisierte Version bietet praxisorientierte Hilfestellung, wie Trainingsbetrieb und Wettkämpfe auch bei sehr hohen Temperaturen sicher gestaltet werden können – und helfen, die Gesundheit aller am Sport Beteiligten zu schützen. Sie ist als Orientierung und Handreichung zu verstehen. Dabei ist natürlich auch immer gesunder Menschenverstand gefragt und angepasst an individuelle Gegebenheiten vorzugehen.“

Prof. Dr. phil. Sven Schneider von der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg: „Dank dieses Plans müssen Vereine, Organisationen und Verbände nicht jedes Mal das Rad neu erfinden, sondern können die Ideen und Vorschläge aus dieser Checkliste verwenden, um Training und Wettkämpfe hitzesicher zu machen. Das unterstützt und entlastet die vielen Ehrenamtlichen in ihrem wichtigen Engagement für den Sport.“

Musterhitzeschutzplan für den organisierten Breitensport

Vorbereitung auf den Sommer
Empfohlen wird die Erstellung eines Hitzeorientierungsplans für Sportstätten mit Hinweisen auf kühle Orte, Schattenplätze, Wasserquellen und Erste-Hilfe-Stationen. Technische Hitzeschutzmittel (z. B. Ventilatoren, Vernebelungsanlagen, Pavillons) sollen bereitgestellt und regelmäßig gewartet werden. Barrierefreiheit, Risikobewertungen vergangener Sommer und eine zuständige Person für Hitzeschutz sind ebenfalls zentrale Bestandteile.

Schutz während des Sommers
Während der warmen Monate geht es um konkrete Umsetzung: z. B. verschattete Trainingsorte, Wasser- und Sonnenschutzbereitstellung, Anpassung von Trainingszeiten, Bereitstellung von Trinkwasser, Aufklärung über Eigenverantwortung und Verhaltensregeln bei Hitze. Trainer:innen und Übungsleiter:innen sollen als Vorbilder fungieren und auf besonders gefährdete Personen achten.

Maßnahmen bei akuten Hitzeperioden
Bei Hitzewarnungen (Stufe 1 und 2) sind weitere Schritte notwendig: Trainingsverlegung in kühlere Tageszeiten, Sperrung überhitzter Sportflächen, verstärkte Pausen, Pre-/Post-Cooling, spezielle Getränke- und Ernährungstipps sowie ggf. Wettkampfabbrüche. Auch Beschattung von Publikumsbereichen und Anpassung von Einsatzplänen für Mitarbeitende gehören dazu.

Langfristige Anpassung
Dazu zählen bauliche Maßnahmen (z. B. Begrünung, Verschattung, Belüftung), zeitliche Neustrukturierung von Trainings- und Wettkampfkalendern, sportmedizinische Vorsorge sowie Integration von Hitzeschutz in Aus- und Weiterbildung. Eine nachhaltige Strategie („Heat Policy“) soll in allen Sportarten verankert werden. Wichtig ist zudem die Vernetzung mit Kommunen und der barrierefreie Zugang zu Informationen.

(Sportplatzwelt, 06.06.2025)

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