Sportanzeigen: Die Daten klar im Blick
Scoreboards dienen zur Anzeige von Spielständen, Strafminuten und Zeiten. Vom Multisportgerät bis zur sportartspezifischen Spezialanzeige gibt es für jedes Einsatzgebiet maßgeschneiderte Lösungen.
Sportanzeigen werden überall dort eingesetzt, wo die Anzeige statistischer Daten zum Spielverlauf wichtig ist. Diese werden häufig auch in Videowalls oder -würfel integriert, erfüllen für sich aber einzig die Funktion, statistische Spielinformationen in Echtzeit anzuzeigen. Die Anforderungen an ein solches System sind insofern anders als die von Videowalls – es geht um eine klare, gut lesbare Darstellung von Buchstaben und Ziffern sowie die sportartspezifische Anordnung diverser Daten auf einer Fläche. Heute ist auch bei den Sportanzeigen die LED-Technik Standard.
Die Steuerung erfolgt unmittelbar während des Geschehens vom Schiedsgericht bzw. von der Zeitnahme aus. Es ist, im Gegensatz zum Stadion-TV, keine Regie zwischengeschaltet, sodass auch das Bedienpult bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss.
So ist der gebotene Ablesewinkel zu beachten. Dieser sagt aus, aus welchem Winkel ein Zuschauer das Bild noch ablesen kann. Er ergibt sich aus den Eigenschaften der verwendeten Dioden selbst und nicht aus der Bauweise des Gehäuses. Bis zu 165° sind derzeit möglich. Dieses Kriterium wird umso wichtiger, je weniger Anzeigetafeln zum Beispiel in einer Sporthalle installiert sind. Gibt es dort zwei von ihnen, orientieren sich Zuschauer auch bei geringerem Ablesewinkel dorthin, wo sie die beste Perspektive vorfinden. Ist dies nicht der Fall, muss das Gerät optimal platziert sein, damit möglichst viele Zuschauer – und auch die Sportler – einen günstigen Blickwinkel vorfinden.
Ziffernhöhe und Ableseentfernung
Ein weiterer Parameter zur Auswahl des optimalen Produktes anhand der örtlichen Gegebenheiten ist die Ziffernhöhe. Aus ihr ergibt sich die passende Ableseentfernung. Entsprechende Angaben sollten immer in den Datenblättern der Hersteller zu finden sein. Es lohnt sich, sich mit der optimalen Ziffernhöhe und Positionierung zu befassen; aus Preisgründen eine kleinere Ausführung zu wählen, erweist sich meist als Fehler, wenn die Anzeige deswegen ihren Zweck nicht zufriedenstellend erfüllt.

Helligkeit der LED
Auch die Helligkeit der Anzeige ist ein entscheidendes Auswahlkriterium. Insbesondere bei hellem Tageslicht oder bei Sonneneinstrahlung im Outdoor-, aber auch im Indoor-Bereich, macht sich die Leuchtkraft bemerkbar. Die Geräte können über Sensoren verfügen, anhand derer das System die Helligkeit automatisch an die gegebenen Lichtverhältnisse anpasst. Selbstverständlich ist hier auch daran zu denken, dass Outdoor-Anzeigen eine entsprechende Wetterfestigkeit mitbringen und eine Anlage nicht ohne Weiteres aus der Halle auf den Sportplatz versetzt werden kann.
Es sind fertige Lösungen auf dem Markt, die jeder denkbaren Anforderung gerecht werden. Grundsätzlich wird zwischen Multisportanzeigen und sportartspezifischen Anzeigen unterschieden. Die Multisport-Varianten sind mit der Art und Anordnung der Anzeigefelder unter anderem auf die typische Nutzung kommunaler Dreifeld-Sporthallen ausgerichtet. Viele der gängigen Sportarten sind dann bereits vorprogrammiert.
Auf eine Sportart zugeschnittene Anzeigen kommen dort zum Zuge, wo Sport im Wettkampf- oder Ligabetrieb ausgeübt wird und spezifischen Anforderungen für Spielklassen der Verbände unterliegen. Beim Eishockey etwa ist die Anzeige unterschiedlicher Strafzeiten Standard, beim Basketball gibt es Vorgaben seitens der Bundesliga und des internationalen Verbands FIBA. Nach Spielklassen bestehen dort beispielsweise unterschiedliche Anforderungen an die Darstellung von Strafzeiten. Basketballspezifisch ist zudem die Shot Clock.
Für den Planer ist es also wichtig, mit dem kommunalen Auftraggeber und den Vereinen, die eine Sportstätte nutzen sollen, vorab den Bedarf zu klären, um den Anforderungen mit einer passenden Auswahl tatsächlich und nachhaltig gerecht zu werden – und ebenso können die zukünftigen Nutzer bereits im Planungsstadium entsprechend aktiv werden, um sicher zu gehen, dass die Installation für den Wettkampfbetrieb ausgelegt ist. Eine Anpassung der Anzeige zu einem späteren Zeitpunkt – beispielsweise aufgrund von wachsenden Anforderungen – ist aufgrund der modularen Systeme in der Regel problemlos möglich.
Von Interesse kann auch sein, ob die Sportanzeige als Werbefläche vermarktet werden soll. Zu diesem Zweck sind Modelle im Angebot, die eigens hierfür ausgelegte Zusatzflächen vorhalten. Auch kann eine digitale Laufzeile für Textinformationen oder ein LED-Screen als belebendes Element eingesetzt werden. Darüber hinaus sind immer Sonderanfertigungen mit mehr oder weniger zusätzlichem Aufwand möglich.
Statik und Aufhängung
Neben den Elementen einer Anzeige, die der Darstellung dienen, sind auch hier konstruktive Komponenten zu beachten und bei stationären, also fest installierten Anzeigen, auch die Statik und Aufhängung. Der Aufbau der Systeme ist grundsätzlich modular und besteht aus Elementen, die sich in bestimmten Rasterabständen koppeln und erweitern lassen. So ist es möglich, Anzeigen an unterschiedlichste räumliche Gegebenheiten anzupassen und zum Beispiel auch vier- oder sechsseitige Würfel in verschiedenen Formaten an den Decken von Arenen abzuhängen. Schon heute ist klar: Zukünftige Generationen von Displays werden eine ungeahnte Flexibilität und Leichtigkeit bieten. Ob dies in Sporthallen gefragt ist, bleibt dahingestellt.
Immer gilt: je aufwendiger die Konstruktion, desto teurer die Installation. Sie kann in Aluminiumprofiltechnik oder mit vergleichsweise schweren Stahlelementen gebaut werden, sodass Statik-Nachweise nicht zu umgehen sind. Im Planungsprozess ist üblicherweise nicht der Statiker der direkte Ansprechpartner, sondern der Elektro- und Schwachstromplaner, der sich hinsichtlich der im Datenblatt angegebenen Gewichte beim Baustatiker rückversichert und zuvor beim Auftraggeber Parameter wie die Größe des Geräts und die Art der Tragekonstruktion abfragt. Geräte in Hallen müssen auf jeden Fall auch durch eine Polycarbonatglasverkleidung mit einem Ballwurfschutz nach DIN 18023-3 versehen sein.
Das Bedienpult als Schnittstelle
Dem Bedienpult als Schnittstelle zum Benutzer ist in Sachen Verarbeitung wie auch Anwenderfreundlichkeit besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Ein Qualitäts- und damit auch ein Preisfaktor ist das beim Gehäuse verwendete Material. In der Regel wird Kunststoff verwendet. Als Kriterien sind hierbei in die Überlegung einzubeziehen, dass das Bedienpult auf- und abgebaut sowie transportiert und gelagert wird. Ferner ist es in einigen Sportarten immer möglich, dass es am Spielfeldrand zum Zusammenprall mit Sportgeräten oder Aktiven kommt. Ein Kunststoffgehäuse stellt hier die sicherere und langlebigere Lösung dar.
Zu einer intuitiven, selbst erklärenden Benutzerführung gehört die Reduktion von Eingabemöglichkeiten und Bedienelementen. Auch deren Erkennbarkeit ist wichtig. Wenn alles nach Plan läuft, die Zeitnahme bzw. das Schiedsgericht das Gerät beherrscht und sicher bedient, nimmt niemand Kenntnis davon, dass Spielstände, Strafzeiterfassung und die Spielzeitmessung manuell erfolgen.
Die falsche Bedienung einer Taste in hektischen Situationen kann zum Eklat oder Skandal führen, wenn zum Beispiel der Schiedsrichter vor dem alles entscheidenden Siebenmeter das Handzeichen gibt, die Uhr zu stoppen, stattdessen aber die Zeit weiter läuft und die Schluss-Sirene ertönt. Die Verbindung zwischen Bedienteil und Scoreboard kann per Kabel erfolgen oder kabellos per Funk. Mittlerweile funktioniert diese Möglichkeit auch in Hallen mit reichlich Störpotenzial unter anderem durch Mobilfunkeräte und andere Übertragungen mit dem Einsatz einer geeigneten Frequenz recht zuverlässig.
Wer unter allen Bedingungen auf der sicheren Seite sein möchte, entscheidet sich für das Kabel, das für die exakte Zeitmessung im Profi-Bereich unerlässlich ist und achtet dabei auf eine Verlegung, die nicht zur Stolperfalle wird sowie auf stabile Steckverbindungen am Gerät. Es besteht grunsätzlich auch die Möglichkeit, auf mobile Geräte zurückzugreifen. Ob Outdoor-Event oder Hallensport – beinahe jede Veranstaltung kann auch auf diese Weise professionell präsentiert werden.
Da die meisten Standardlösungen im Multisport- und sportartspezifischem Bereich ab Werk fertig angeliefert werden können, sind auch die Gerätepreise per Preisliste einsehbar und transparent. Eine Multisportanzeige, die für die gängigsten Ballsportarten ausgelegt ist, kostet im Mittel rund 4.000 Euro. Abweichungen nach unten und oben ergeben sich durch unterschiedliche Größen und maximale Ableseentfernungen. Somit ist der Kauf die übliche Vorgehensweise. Es gibt durchaus aber lukrative Mietmodelle. Dem Kunden werden mittlerweile verschiedene interessante Anschaffungsmodelle angeboten.
Kalkulation und Service
Sehr wohl ist beim Kauf noch auf das Serviceangebot des Herstellers zu achten. Sportveranstaltungen finden vorzugsweise am Wochenende statt – also ist es im Fall der Fälle, sollte eine Reparatur nötig sein, kaum möglich, kurzfristig einen Techniker zu bestellen. Hat der Anbieter aber ein Vertriebsnetz mit Service-Partnern in der Region, steht auch ein Notdienst bereit, der die Veranstaltung noch retten kann. Alternativ kann der Kunde den Support vor Ort auch mit dem Elektro-Betrieb seines Vertrauens regeln.
Hilfreich ist hierbei ein Gerät, bei dem sich Module einfach austauschen lassen, sofern sie auf Lager bereitstehen. Die Modelle einiger Anbieter bieten die Fehleridentifikation gleich am Gerät. So lässt sich schnell feststellen, welche Komponente betroffen ist und ausgetauscht werden muss. Viele Ausfälle sind bei einer hochwertigen Spielstandsanzeige nicht zu erwarten, und die Lebensdauer der LED-Technologie wird für den Normalbetrieb mit 10 Jahren und mehr angegeben. Damit relativiert sich auch der höhere Anschaffungspreis für eine Anzeige bester Qualität. Ob beim Preis nur die Anschaffung berücksichtigt wird oder der Lebenszyklus, ist immer eine Entscheidung des Käufers gemäß seinen Anforderungen und individuellen Wünschen.














